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im
Aufbau/Überarbeitung, bitte regelmäßig Abfragen
„Wilhelm
Malte“
Fürst und Herr zu Putbus
Wilhelm
Malte ist am 01. August 1783 in Putbus geboren. Er studierte
von 1800 – 1802 in Greifswald und Göttingen Rechtswissenschaft,
Archäologie, Physik und Chemie und er unternahm Bildungsreisen nach
Südeuropa und England. Des weiteren nahm er Fecht- und Reitstunden
und ließ sich Unterricht im Bauzeichnen geben.
1803
trat er seinen Militärdienst beim Leibhusarenregiment in Stockholm
an. Drei Jahre später vermählte er sich mit Luise, Gräfin
von Veltheim, geb. Freiin von Lauterbach.
Am
25. Mai 1807 wurde dem Grafen Malte
durch den Schwedenkönig Gustav Adolf der IV. die Fürstenwürde
verliehen, die sich immer auf den ältesten Sohn vererben sollte.
Das
Jahr 1813 rief den Fürsten
zu den Waffen. Zusammen mit dem Kronprinz Karl Johann nahm er an den Befreiungskriegen
ab 1813 teil. So nahm er an der Schlacht bei Dennewitz am 06. September
und an der Schlacht bei Leipzig 1813 teil. Abschied vom Militärdienst
nahm Fürst Malte 1814, weil er sich über den am 14. Juni 1814
abgeschlossenen Kieler Frieden ärgerte (Rügen sollte Dänemark
als Entschädigung für das verlorene Norwegen ausgeliefert werden).
Am
08. März 1815 wurde er zum
Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern und zum Kanzler der Universität
Greifswald ernannt.
Am
24. Januar 1817 wurde dem Fürsten
der Fürstentitel mit dem Prädikat „Durchlaucht“
und wenig später die Würde des Erblandmarschalls bestätigt.
1837 – 1846 wurde in der Granitz durch den Fürsten das Jagdschloss
nach den Plänen von Schinkel erbaut. Am 18. 06. 1838 nahm Fürst
Malte als außerordentlicher preussischer Gesandter an der Krönung
Königin Viktorias in London teil. Zum General der Infanterie wurde
Fürst Malte am 18. Juni 1843 von König Friedrich Wilhelm IV.
ernannt.
Im
Winter 1852/53 stellte sich beim
Fürsten ein Blasenleiden ein, welchem er am 26. 09. 1854
erlag. Er wurde in einem Erdbegräbnis in der Kirche zu Vilmnitz am
02. Oktober 1854 beige-
setzt.
Die
Gründung des Flecken Putbus, die Errichtung des ersten Seebades auf
Rügen, die Teil-nahme an industriellen Unternehmungen, der Bau der
Landungsbrücke in Lauterbach, die Stiftung des Pädagogiums,
der Ausbau der ersten Kunststraßen auf der Insel, die Erbauung des
Jagdschlosses Granitz – alle diese Anlagen legen Zeugnis ab von
dem weitblickenden, stets auf das Allgemeinwohl gerichteten Sinne des
Fürsten.
zurück
Chronik
des Theaters Putbus
ab 1850, ab 1900,
ab 1950, ab 1970, ab 1992
1817
In
diesem Jahr ließ Graf Karl-Friedrich von Hahn-Neuhaus, ein Jugendfreund
von Fürst Malte zu Putbus, in einem Wagenschauer des alten Reitstalles
eine Theaterbühne mit dazugehörigen Zuschauerplätzen einrichten
und gewann Schauspielgruppen, die dort ihre Stücke aufführten.
Zu diesen Schauspielgruppen gehörte auch die Gruppe von Direktor
Krampe, der später erster Direktor des neuerbauten Fürstlichen
Schauspielhauses wurde.
1818
Am
14. 07. 1818 erschien in der Stralsundischen Zeitung eine vorläufige
Anzeige von der Errichtung eines Theaters in Putbus während der Badezeit.
Am 24. 07. 1818 wurde zur Eröffnung der Sommerspielzeit im Reitstall
das Lustspiel von August von Kotzebue „Der Freimaurer“ und
der Einakter von Theodor Körner „Die Gouvernante“ gegeben.
Ob alle Aufführungen im Reitstall stattfanden, ist leider nicht bekannt.
Es fanden möglicherweise auch Aufführungen in einer anderen
Spielstätte statt, nämlich in einem kleinen hinter dem „Fürstenhof“
gelegenen Haus. Dieses Haus, welches von Graf Hahn erbaut wurde, wurde
auch „Logierhaus“ genannt.
1819
Nachdem
das Logierhaus erbaut war, plante man gegenüber den Bau eines größeren
Theaters, mit dessen Entwurf der Fürstliche Baumeister Wilhelm Steinbach
beauftragt wurde. Das Schauspielhaus wurde als langgezogener Rechteckbaukörper
an einem zentralen Punkt am Markt, mit seiner Hauptfassade auf das Schloß
ausgerichtet, erbaut. Das Schauspielhaus sollte ein flaches Walmdach bekommen,
wie auch einen zur Hauptstraße zeigenden Eingang mit einer niedrigen
einfach gehaltenen Schmuckwand (Attika) über einen Hauptgesims, das
einen viersäuligen Vorbau zierte.
1820
Am
20. 07. 1820 wurde das Fürstliche Schauspielhaus in Putbus unter
Leitung von Direktor Krampe vorläufig eröffnet. Als Eröffnungsvorstellung
wurde ein Prolog mit Gedanken von Dr. Carl Schöne und anschließend
das romantische Schauspiel „Das Leben ein Traum oder: Das Horoskop“
gegeben. Die gewöhnlichen Schauspieltage sind Sonntag, Montag, Dienstag,
Donnerstag und Freitag. Das Fürstliche Schauspielhaus wird nur in
den Sommermonaten bespielt.
Wie
sah das Theater von innen aus?
Im
Parkett standen lehnlose, mit rotem Stoff bespannte Bänke. Im I.
Rang waren Logen abgeteilt, die vom Wandelgang aus betreten
wurden. Im II. Rang befanden sich hinter einer schmalen Bankreihe die
Stehplätze. Das Theater hatte ca. 500 Plätze. Die zweckmäßige
Beleuchtung ist durch Argand’sche Lampen (siehe
Bild)
(Öllampen mit Ringdocht) erfolgt.
1821
-1823
Die
Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses lag auch weiterhin in
den Händen von Direktor Krampe. Es wurde im Sommer 1821 nach nur
2jähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben.
1824
– 1825
1824
übernahm der Theaterunternehmer H. Müller das Fürstliche
Schauspielhaus und 1825 der Schauspieldirektor Breede. Herr Müller
mußte in der Woche vom 15. 08. – 20. 08. 1824 wegen Schulden
und fehlender Konzession der Königlichen Regierung Putbus verlassen.
Die restliche Schauspielgruppe spielte mit Genehmigung des Fürsten
noch bis zum 22. Sept. 1824.
1826
Um
1826 begann am Fürstlichen Schauspielhaus eine rege Bautätigkeit,
die nach Plänen von J. G. Steinmeyer (1780-1851), einem Schüler
von Karl Friedrich Schinkel, erfolgten. Der Portikusgiebel wurde anstelle
der Attika aufgesetzt und als wesentliches Element das Walmdach zum Satteldach
verändert. Auch wurden im Foyer und im Zuschauerraum Veränderungen
vorgenommen. An der Dachkonstruktion wurden größere Mängel
festgestellt und an verschiedenen Wänden fiel der Putz ab oder der
Schwamm stellte sich ein. Akustisch unbefriedigend war auch die tonnenförmige
Kuppel des Zuschauerraumes. Der Hofbaumeister Steinmeyer veränderte
die Kuppel so, dass sie jetzt flach eingehängt und die gleiche Wölbung
und Gliederung hatte, wie die Schinkels im Berliner Schauspielhaus, das
für seine Flüsterakustik weltberühmt war. Auch ist uns
vom Umbau 1826 ein Maurer namentlich bekannt. Am Innenputz des Marktgiebels
hat er in lateinischen Buchstaben „Schumann“ und das Datum
„27. 07. 1826“ geschrieben.
1826
übernahm
für drei Jahre Schauspieldirektor Schmidtgen das Fürstliche
Schauspielhaus.
1830
- 1834
Folgende
Direktoren hatte das Fürstliche Schauspielhaus in dieser Zeit:
1830
– Schauspieldirektor F. Anholdt
1831 – Graf Hahn
1832 – 1834 Direktor Gerlach
Preise
1830: (Sgr = Silbergroschen)
Loge und Sperrsitz: 17 Sgr
Erstes Parterre: 14 Sgr
Zweites Parterre: 8 Sgr
Gallerie: 4 Sgr.
Preise
1831: (Sgr = Silbergroschen)
Loge und Sperrsitz: 15 Sgr
Erstes Parterre: 12 Sgr
Zweites Parterre: 8 Sgr
Gallerie: 3 Sgr.
1835
– 1845
In
den Jahren 1835 – 1839 erfolgte ein weiterer Umbau des Fürstlichen
Schauspielhauses unter der Bauleitung von J. G. Steinmeyer, bei der die
klassizistische Farbfassung übermalt und eine überwiegende Weißausmalung
eingebracht wurde. Der Deckenplafond bekommt eine neue Form und der Zuschauerraum
wird in den Farben weiß, gold und rotem Plüsch neu gestaltet.
Direktor
Gerlach übernahm auch für diese Jahre weiterhin die
Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses.
1846
– 1847
1846/47
lag die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses in den Händen
von Direktor I. Springer und J. Hein vom Stettiner Schauspielhaus.
1848
Das
Fürstliche Schauspielhaus bleibt auf Grund politischer Wirren in
diesem Jahr geschlossen.
1849
Direktor
des Fürstlichen Schauspielhauses wird Herr Heinrich Gärtner.
1850
– 1853
Für
die Jahre 1850/51 wurde wieder die Stettiner Schauspieltruppe unter Leitung
von Direktor I. Springer und J. Hein gewonnen. In den Jahren 1852/53 ist
nur J. Hein als Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses genannt.
1854
– 1857
1854
übernahm Herr Direktor Adolph Bröckelmann das Fürstliche
Schauspielhaus, nachdem die Gesellschaft des Stettiner Stadttheaters (Direktor
Hein) einstweilen aufgelöst worden ist. Er blieb bis 1857 Direktor.
1858
– 1860
Für
diese Zeit zog eine Schauspieldirektion Leo (Mutter und Sohn) in das Fürstliche
Schauspielhaus ein.
1861
Der
Schauspielunternehmer Klose wurde Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses.
1862
– 1864
1862
und 1863 war Herr Beckmann Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses.
Am 31. 08. 1864 legte er plötzlich die Direktion nieder, ohne dass
er seinen Verbindlichkeiten weiter nachkam. Die restlichen Mitglieder
der Theatertruppe beantragten eine Genehmigung bei der königlichen
Regierung, um weiter, auf eigene Rechnung, spielen zu dürfen. Diese
wurde auch erteilt, und seine Durchlaucht, der Fürst zu Putbus, stellte
bereitwillig sein Theater zur Verfügung.
Preise
1862: (Sgr = Silbergroschen)
Rang und Loge: 15 Sgr
ein Sperrsitz: 15 Sgr
Parquet: 12 Sgr
Parterre: 8 Sgr
Gallerie: 4 Sgr.
1865
– 1866
Für
diesen Zeitraum liegen keine genauen Angaben vor, weil viele Unterlagen
durch einen Brand im Fürstlichen Schloss vernichtet worden sind.
Es wird angenommen, dass das Fürstliche Schauspielhaus geschlossen
war.
1867
Herr
Eduard Meysel wird Direktor des Fürstlichen Schauspielhaus.
Preise:
1867: (Sgr = Silbergroschen)
Fremdenloge: 22 ½ Sgr
Loge: 15 Sgr
Sperrsitz: 12 ½ Sgr
Parterre: 7 ½ Sgr
Gallerie: 4 Sgr.
In
dem Rügenschen Kreis- und Anzeigenblatt vom 13. 02. 1867 wird mitgeteilt,
daß in den nächsten Tagen der Umbau des Schauspielhauses zur
Kirche erfolgen soll. Am 27. 02. 1867 wird diese Mitteilung widerrufen
und Putbus behält sein Fürstliches Schauspielhaus. Es wird außerdem
mitgeteilt, dass es einen Neubau der Kirche und des fürstlichen Schlosses
in Kürze geben wird.
1868
Ein
Unternehmerleiter übernahm die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses.
Preise
1868: (Sgr = Silbergroschen)
Loge: 12 ½ Sgr
Sperrsitz: 10 Sgr
Parterre: 7 ½ Sgr
Gallerie: 4 Sgr.
1869
- 1878
Die
Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt Theaterdirektor
Adolph Kusse.
Preise
1869: (Sgr = Silbergroschen)
Balcon: 22 ½ Sgr
Loge: 15 Sgr
Sperrsitz: 12 ½ Sgr
Proszeniumloge: 15 Sgr
Parterre: 7 ½ Sgr
Gallerie: 5 Sgr.
Direktor
Kusse hat 1878 einen Dekorationsmaler aus dem berühmten Atelier von
Falk in Berlin und einen Maschinisten im Fürstlichen Schauspielhaus
angestellt, damit auch die dekorative Ausschmückung gehoben wird.
1879
Die
Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt Direktor
Anton Schubert. Die Theaterdirektion richtet zu den Städten Garz
und Bergen immer bestimmte Omnibusfahrten vor und nach der Veranstaltung
zu kleinen Preisen ein.
1880
–1884
Die
Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt Direktor
Louis Magener.
Preise
1880:
Fremdenloge: 2 M 25
Proszeniumsloge: 2 M
Loge: 1 M 50
Sperrsitz: 1 M 25
Parterre: 0,75 M
Gallerie: 0,50 M.
1882
kein Spielbetrieb.
1882 beabsichtigt der Fürst zu Putbus das Theater endgültig
zur Kirche umbauen zu lassen. Der Kreisbaubeamte wies allerdings nach,
dass der Umbau der damaligen Kursalons zur Kirche billiger wird, als ein
Umbau des Theaters. Fürst Wilhelm zu Putbus folgte diesem Vorschlag
und das Theater blieb den Putbusern und Gästen erhalten.
1885
- 1895
Die
Direktion übernimmt Direktor Ferdinand Pochmann.
Im
Jahre 1886 findet der Besuch
von Gerhart Hauptmann in Putbus, der mit der damals hier gastierenden
Schauspieltruppe von Direktor Pochmann Verbindung aufnahm, statt. Seine
Eindrücke und Erlebnisse finden wir in dem Theaterroman „Im
Wirbel der Berufung“ wieder.
1890
wird im Fürstlichen Schauspielhaus das elektrische Licht eingerichtet
und auch neue Dekorationen angeschafft. Auch hat die Theaterdirektion
in diesem Jahr mit der Eisenbahn-
direktion vereinbart, nach den Vorstellungen einen Theaterzug nach Bergen
einzurichten.
1891
werden die Garderoben für die Mitglieder bedeutend verbessert.
1892
erhält das Fürstliche Schauspielhaus einen neuen schweren dunkelroten
Faltenvorhang mit Baldachin und schweren goldenen Verzierungen.
1896
- 1898
Die
Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt in diesen
Jahren:
1896
– Emil Fritzsche
1897 – Konrad Kaufmann
1898 – Direktor Steiner
1899
– 1914
Der
Hofschauspieler Adalbert Steffter übernimmt die Direktion des Fürstlichen
Schauspiel-hauses. Direktor Steffter denkt auch an die kleinen Theaterbesucher,
indem er Märchen-vorstellungen zu ganz kleinen Preisen einführt.
Diese Vorstellungen werden von den Kindern begeistert angenommen. Auch
fährt weiterhin nach den Vorstellungen der Theaterzug nach Bergen,
Binz, Garz und Lauterbach.
1902
ist das Fürstliche Schauspielhaus vollständig mit elektrischem
Licht versehen.
Preise
1907:
Fremdenloge: 3 M
Proszeniumsloge: 3 M
Loge: 2 M
Sperrsitz: 1,50 M
Parterre: 0,75 M
Gallerie: 0,50 M.
Das
Fürstliche Schauspielhaus sollte 1913
aufgrund nicht genügender Erfüllung baupolizei-
licher Vorschriften geschlossen bleiben, aber durch die vereinten Bemühungen
der Fürst-lichen Kanzlei, der Bürgerschaft sowie der Direktion
des Fürstlichen Schauspielhauses ist es doch gelungen, die Genehmigung
auch für weitere Spielzeiten zu bekommen. Es wurden folgende Veränderungen
vorgenommen:
-
Vestibül
und Foyer büßten durch den Einbau von zwei Eisentreppen ihre
klassizistische Gestaltung völlig ein
- die Arkaden der Saalrückwand wurden
reduziert
- die Spindeltreppen zum 1. Rang wurden entfernt
- es erhielt einen neuen eisernen Vorhang,
wie es in allen großen Opern- und Schauspielhäusern üblich
ist
- praktische Neuherrichtung des Bühnenhauses
sowie des Sperrsitzzuschauerraumes.
Nach
den Umbauarbeiten konnten ca. 600 Menschen das Fürstliche Schauspielhaus
besuchen.
Preise
1913:
Fremden- und Proszeniumsloge 3 M
I. Rang Vorderplatz 2,50 M
Rückplatz 2 M
Sperrsitz 1,60 M
Parterre 0,80 M
Gallerie 0,50 M.
Am
02. 08. 1914 erhielt Direktor
Steffter von Ihrer Durchlaucht der Fürstin und Herrin zu Putbus die
Mitteilung, dass das Theater in Anbetracht der kriegerischen Lage und
der ernsten Zeiten geschlossen wird. Daraufhin mußte Direktor Steffter
mit sofortiger Wirkung sämtliche Verträge mit dem heutigen Tage
lösen.
1915
– 1920
Das
Fürstliche Schauspielhaus ist auf Grund von Kriegswirren geschlossen.
1920
– 1936
1920
werden am Fürstlichen Schauspielhaus Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt.
Die Direktion übernimmt Direktor Schlömer, der das Fürstliche
Schauspielhaus auch in den nächsten Jahren leiten wird
Ab
29. 07. 1920 fährt
wieder der Theaterzug Putbus – Bergen abends. Da der Zug sehr früh
fährt, muß der Vorstellungsbeginn bereits auf ½ 7 Uhr
festgesetzt werden.
1921
herrschte Wohnungsmangel in Putbus. Die Einwohner wollten oder konnten
keine weiteren Zimmer für das Schauspielensemble bereitstellen, was
sich auch auf den Spielplan eventuell auswirken kann.
1923
wird
im Fürstlichen Schauspielhaus ein Telefon eingerichtet. Bestellungen
können jetzt unter der Tel.-Nr. 203 aufgegeben werden.
1932
wird versuchsweise an Mittwochnachmittagen eine Fahrpreisermäßigung
von 33 ½ % auf allen Reichsbahnstationen für die Theaterbesucher
eingerichtet (Sonntagrückfahrkarte). Die Karten werden zur Hinfahrt
mit dem Vermerk „Theaterbesuch“ versehen und für die
Rückfahrt muß der Stempel des Theaters vorhanden sein. Sollte
dieser Stempel fehlen, müssen die Reisenden den Unterschiedsbetrag
zum vollen Preis nachzahlen.
1935
Spielzeit
vom 28.Juni bis 8. September 1935. Direktor ist seit 1923 Alfred Schlömer.
Der Theaterleiter des Stadttheaters Stralsund versuchte Beziehungen zu
der fürstlichen
Verwaltung in Putbus aufzunehmen, um das dortige Schauspielhaus mit dem
Stadttheater
zu vereinen.
Da aber Direktor Schlömer noch bis 1936 einen Pachtvertrag für
das Schauspielhaus Putbus
hatte, mußten die Verhandlungen bis dahin ausgesetzt werden.
1936
Das
Stadttheater Greifswald und das Stadttheater Stralsund stellen Antrag
auf Sommerbespielung des Schauspielhauses Putbus.
Bis Herbst 1936 wird das Schauspielhaus noch von Direktor Schlömer
bespielt.
1937
Durch
den Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Laubinger,
wurde das Schau-
spielhaus Putbus nicht zu Stralsund, sondern dem Stadttheater Greifswald
zugeordnet.
Es wurde offiziell das Recht, die Rügenschen Orte als Abstecherorte
während der Sommer-
monate zu bespielen, erteilt.
Die erste Sommerspielzeit des Stadttheaters Greifswald in Putbus fand
vom 1. Juli 1937 bis
31. August 1937 statt.
Da ein günstiger finanzieller Erfolg der Sommerspielzeit vorhanden
war, konnte Rügen auch 1938 bespielt werden.
1938
Bespielung
von 28.Juni 1938 bis 31. August 1938 durch das Stadttheater Greifswald
1939
Das
Schauspielhaus Putbus ist durch Durchfeuchtung und Schimmelpilzbefall
kaum noch bespielbar.
Es soll keine Sommerbespielung durchgeführt werden, sondern nur noch
eine abstecher-
mäßige Bespielung des Schauspielhauses Putbus durch das Stadttheater
Greifswald.
1940 - 1944
Keine
Bespielung des Schauspielhauses Putbus während des Krieges.
1945
Ende
des Krieges wurde das Schauspielhaus Putbus als Speicher für Militär-
und Flüchtlingskleider genutzt.
Die Künstlergemeinschaft Heyn-Motal bemühte sich ab September
1945 um das Schauspielhaus Putbus.
Am 10. Dezember 1945 wurde die Konzession für die Bespielung erteilt.
1946
Der
Künstlergemeinschaft Erich Heyn – Friedel Motal wurde am 10.
Mai 1946 die Konzession wieder entzogen und dem Ensemble Auftrittsverbot
erteilt.
Am 5. Juli 1946 wurde eine vorläufige Konzession zur Leitung des
Schauspielhauses
Putbus an Herrn Kurt Brüssow erteilt.
Die Eröffnung war am 15. August 1946 im Schauspielhaus Putbus. Die
Eröffnungs- veranstaltung stand unter dem Motto: „Wir stellen
uns vor „ ein Querschnitt durch Oper
und Operette.
Da keine Requisiten und Mobilar im Schauspielhaus Putbus vorhanden waren,
erhielt es
die Genehmigung, geeignetes aus dem Schloß zusammenzustellen.
Auch
die Unterbringung der engagierten Künstler wurde vorrangig und großzügig
be-
handelt. Weshalb es unter der Bevölkerung zu Unmut und Empörung
kam, da Umsiedler-
familien meist mit einem einzigen Zimmer auskommen mußten.
Preise:
Parkett: von 2,50 – 5,00 RM
Logen: von 4,00 – 5,00 RM
Ring: von 1,00 – 1,50 RM.
Gastspiele außerhalb von Putbus von 3,00 – 4,00 RM.
Die
Situation war nicht einfach, da es an Kulissen und Material für den
Theaterbetrieb
sowie ein eigenes Fahrzeug fehlte.
Zum Jahresende war die finanzielle Situation des Schauspielhauses völlig
ungesichert.
1947
Die
Mitglieder des Schauspielhauses Putbus wollten die Geschäftsführung
übernehmen,
da Direktor Brüssow als ungeeignet in geschäftlicher wie auch
künstlerischer Hinsicht eingestuft wurde.
Die Gemeinde Putbus beschloß das Schauspielhaus Herrn Kurt Brüssow
bis zum 31. Mai 1947 zur Verfügung zu stellen.
Künftige Entwicklung des Schauspielhauses durch den Verwaltungsausschuß:
- Neuer Direktor sollte Hans Ohloff werden
- Landesregierung wurde um einen einmaligen Vorschuß gebeten, damit
das Schauspiel-
haus zu einem Jahrestheater umgebaut werden kann.
Am
24.Februar 1947 wurde das
Schauspielhaus Putbus aus der alten Betriebsform in die des Kollektivs
überführt. Es entstand die Künstlergemeinschaft Hans Ohloff,
Kurt Gross,
Helmut Zander, Eddy Schuler. Dauer des Vertrages bis 31.August 1947.
Erstaufführung war die Operette „Schwarzwaldmädel“.
Am 19. April 1947 stellte Hans Ohloff den Antrag auf Konzession an die
Landesregierung
Mecklenburg. Am 1. September 1947 wurde die Konzession erteilt.
In dieser Zeit hatte das Schauspielhaus mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen.
Kein Fahrzeug,
um über Land zu fahren und somit kostengünstig die Freilichtbühnen
bespielen zu können.
Und dann noch die verhängte Thypussperre für Rügen und
dadurch bedingter Ausfall der Theateraufführungen. Es entstand ein
Defizit von 7.000,00 RM. Als einmalige Hilfe kam
vom Ministerium für Volksbildung 1.500,00 RM.
So war man gezwungen, um die Kassen zu füllen, Unterhaltungstheater
zu spielen. Literatur- und Zeitstücke waren von geringem Interesse
bei der Bevölkerung.
1948
Im
Juli 1948 erfolgte eine Zusammenstellung für auszuführende Erneuerungsarbeiten:
Dachreparaturen, neue Ofenanlage notwendig, Türen erneuern, Fußböden
in Büros
und Garderobe Schwammbildung, Fenster verglasen, Mauerstellen ausbessern,
Maler-
arbeiten , Lichtleitungen neu verlegen, neuer Akku für Notbeleuchtung
sowie viele
Neuanschaffungen von Mobilar und Material wie Leinwand, Rahmenholz, Vorhänge
usw..
Außerdem sind noch folgende Arbeiten notwendig: Toiletten ausbessern,
Dachrinne erneuern, Fensterrahmen, Türen und Holzgesimse mit Schutzfarbe
neu streichen.
Die
finanzielle Lage des Schauspielhauses spitzt sich immer mehr zu. Die Zahlung
der
Gagen ist ohne Hilfe des Ministeriums nicht mehr möglich.
Am 22. Dezember gibt es durch die Angehörigen des Schauspielhauses
eine Resolution,
in der beschlossen wurde, den Betrieb in das Eigentum des Volkes gehen
zu lassen.
Es entstand wieder eine Künstlergemeinschaft. Die Konzession wurde
am 28. Dezember
1948 erteilt.
1949
Am
13. Januar wurde über das Vermögen des Schauspieldirektor Hans
Ohloff das Konkursverfahren eröffnet. Die Konkursmasse bestand hauptsächlich
aus der Bühnen-
ausstattung und Requisiten. Das Ministerium für Volksbildung wurde
gebeten, die
Ausstattung und Utensilien zu übernehmen und dem Landestheater zur
Verfügung
zu stellen oder dem Schauspielkollektiv zu ermöglichen, die Sachen
zu übernehmen, um sich wieder eine Existenz zu schaffen.
Mit Schreiben vom 11. Mai 1949 wurde darum gebeten, das Schauspielhaus
dem Land Mecklenburg als Eigentümer zu übergeben, da der Kreis
finanziell nicht in der Lage ist das
Schauspielhaus zu unterhalten.
Auf Anordnung der Landesregierung mußte die Künstlergemeinschaft
des Schauspielhauses Putbus ihre Tätigkeit ab Oktober 1949 einstellen.
Das Schauspielhaus wurde der Volksbühne unterstellt.
Durch das Landesamt für Denkmalpflege wurden Haushaltsmittel in Höhe
von 4.000,00 DM
für das Dach, als Notreparatur, zur Winterfestmachung zur Verfügung
gestellt.
1950
- 1952
Vom
Oktober 1949 bis 1952 war das Schauspielhaus Putbus geschlossen.
Aus der Bevölkerung kamen immer wieder Beschwerden über den
beginnenden Verfall des ungenutzten Schauspielhauses.
1952 wurde über Wiederinstandsetzungsarbeiten
am Schauspielhaus Putbus beraten.
Es nahmen teil:
- Landesausschuß für Kunstangelegenheiten Schwerin
- Rat der Gemeinde – Bürgermeister
- Kreisausschuß der Volkssolidarität
- VEB Projektierung Bergen
Einige
wichtigen Arbeiten:
- Schwammbekämpfung.
- Orchesterraum zu klein - Erweiterung durch Tieferlegung und unter Vorbühne
zu legen,
Kosten ca. 6-7.000 DM
- Schaffung eines Bühnenteppichs entsprechend der durch die Fa. Badekow
zu erstellenden
Stilbühne.
- Belegen des Parkettraumes – belegen mit Steinholzfußboden.
Das
Theater soll nach der Instandsetzung am 1. August 1953 wieder eröffnet
werden.
Der Haushaltszuschuß für 1953 beträgt 150.000 DM . Zunächst
soll es ein Schauspiel- ensemble geben ab 1954 auch ein Opernensemble.
Für die Wiederherstellung des Schauspielhauses wurden insgesamt 280.000
DM von der Regierung zur Verfügung gestellt.
1953
Wiedereröffnung
des Schauspielhauses Putbus am 29.August 1953 mit dem Lustspiel
„ Minna von Barnhelm „.
Direktor
des Schauspielhauses Putbus wird Herr Ernst Saueracker.
Teils zögernd, teils neugierig kamen die ersten Besuchergruppen.
Wo früher Steinfliesen und Bänke standen, fanden sie Parkettböden
und bequeme Polsterstühle für 330 Zuschauer vor.
Der Orchesterraum kann 30 und mehr Musiker aufnehmen. An das alte unter
Denkmalschutz
stehende Theatergebäude wurde ein Flügel angebaut, in dem all
das unter gebracht ist, was ein Theater für seine Arbeit benötigt:
Garderobenräume, Proberäume, ein Beleuchtungsstand,
auf dem später ein modernes Stellwerk Platz fand, Arbeitsräume
für die Technik und Verwaltung.
1954 - 1958
Durch
Verstärkung des Künstlerensembles (Kunstgattung Operette wurde
neu eingerichtet) kam es zu Schwierigkeiten in der Unterbringung durch
Wohnraummangel. Als 1956 die Kreise Putbus und Bergen vereinigt wurden,
ergab sich die Möglichkeit, den Fürstenhof als Theaterwohnheim
einzurichten. Gleichzeitig wurden Werkstätten und Probebühne
mit eingerichtet.
In der Spielzeit 1955/56
erfolgte die Verleihung des Conrad-Ekhof-Preises an das Theater Putbus.
Zum 10. Todestag von Gerhart Hauptmann am 6.Juni wird darauf hingewiesen,
dass das Theater Putbus in der Sturm- und Drangzeit des Dichters eine
besondere Rolle gespielt hat. Er hat Putbus mehrfach besucht und eine
Theateraufführung aus Anlaß des fürstlichen Geburtstages
besucht. Verarbeitet wurde diese Aufführung in seinem Buch „
Im Wirbel der Berufung“, das 1936 erschien. Bei
seinem zweiten Besuch von Putbus 1893 entstand über diese Zeit sein
„Buch der Leidenschaften“.
Das Theater Putbus erhält in der kommenden Spielzeit
1956/57 einen Chor für Oper und Operette. 2.655.202
DM sind inzwischen für vier Spielzeiten seit 1953 als Zuschuß
ausgegeben worden. 50 Inszenierungen erlebte das Haus seitdem. Theater
der Fischer und Bauern wird das Theater auch genannt, gewissermaßen
als Ehrentitel. Dieser verrät, wer den Hauptanteil der 440.000 Besucher
in den vergangenen 5 Jahren stellte.
1959
Renovierung
des Zuschauerraumes.
Treffen der Intendanten der Theater Putbus, Greifswald und Stralsund .
Es geht um die Vereinigung der Theater zum 01.08.1960.
1960 – 1961
Seit
Neugründung des Theaters bis Oktober 1960 wurden 650.000 Besucher
in 2475 Ver- anstaltungen gezählt.
Durch das wachsende Interesse am Theater und der damit zugleich wachsende
Anspruch
führten dazu, über eine Reorganisation mehrerer Theater in der
kommenden Spielzeit nachzu-
denken und umzusetzen.
Austausch von Vorstellungen der Theater in Putbus, Stralsund und Greifswald
durch
Spezialisierung der einzelnen Theater:
- Putbus und Greifswald Schauspiel
- Stralsund musikalische Werke
Die einzelnen Ensemble wurden verstärkt:
- Orchester auf 42 Musiker
- Chor verdoppelt auf 30 Sänger
- Ballett 18 Tänzerinnen und Tänzer
Der Orchesterraum des Theater Putbus wurde vergrößert.
Durch die Reorganisation kommen die Theaterbesucher nun in den Genuß
hochwertiger
Sinfoniekonzerte und Opernaufführungen.
Im Spätsommer begann die Installation der Zentralheizungsanlage und
wurde im Oktober abgeschlossen.
Das Theater wurde von außen mit weißer Farbe gestrichen; Fenster
und Türen erhielten einen andersfarbigen Anstrich.
1960 wurde auch ein Magazinanbau errichtet.
1961 erfolgte dann ein Umbau
des Theater Putbus im technischen Bereich. Es wurde eine neue Notstromanlage
installiert. Der Magazinanbau wird baulich verändert. Das provisorische
Dach wird abgehoben und der zweigeschossige Bau auf 3 Geschosse erhöht.
Der Defekt des Schornsteines im Jahr 1961 verursachte einen Brand, der
einen Teil des Daches über dem Bühnendach zerstörte.
1961 wurde über das
Theater und sein Publikum ein Reportagefilm gedreht, der im Juni im Deutschen
Fernsehfunk gesendet wurde.
1962
Aus
der Spielzeit wird das Spieljahr, welches im Januar beginnt und im Dezember
endet.
Während der Sommermonate 1962 wird das Theater umgebaut. Es erfolgt
eine Neugestaltung
der bühnentechnischen Einrichtung. Feuersichere Dachkonstruktion
des Bühnenhauses aus Stahl, neue Beleuchtungs- und Notlichtanlage,
Bühnentonanlage sowie eine Induktions-Schwerhörigenanlage. Der
Wunsch der Theaterbesucher nach einem Theatercafe geht in Erfüllung.
Es wird vom Foyer des 1. Ranges erreichbar die Besucher empfangen.
In den Werkstatträumen wurde die Endmontage der neuen Maschinen abgeschlossen.
Während dieser Bauphasen wurde auf verschiedenen Bühnen der
Insel Rügen gespielt.
Am 1. August 1962 beging Ernst Saueracker – Intendant des Theater
Putbus – sein
10 jähriges Jubiläum als Theaterleiter.
Zum 2. Mal innerhalb von 140 Jahren wehte im August 1962 über dem
Hauptgebäude des Theaters Putbus eine Richtkrone.
Die Rosengartenkonzerte werden wieder aufgenommen.
Mit dem Umbau des Theaters Putbus hält die technische Perfektion
Einzug. Die Errichtung der neuen Dachkonstruktion wurde abgeschlossen.
Am 16.Oktober 1962 wurde das Theater Putbus nach Beendigung der Umbauarbeiten
wieder eröffnet. Bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung
am 18. Oktober 1962 wurde
„ Der Richter von Zalamea“ gegeben.
Erste Premiere war die Operette „Glückliche Reise“ am
16. Oktober 1962.
Vom 11.–17.11.1962 findet eine Gerhart Hauptmann-Festwoche aus Anlaß
des 100. Geburts-
tages statt. Das Drama „Herbert Engelmann“ in der Originalfassung
wurde aufgeführt.
Infolge des Umbaues wird eine Renovierung des Zuschauerraumes notwendig
– Ausführung
in der ersten Hälfte des kommenden Jahres.
1962 soll noch ein Außenanstrich erfolgen.
1963 - 1964
Am
1. November werden das Theater Putbus sowie Stralsund und Greifswald zusammen-
gelegt. Es entstehen die Vereinigten Theater Stralsund-Greifswald-Putbus
unter der Leitung
des Intendanten Georg Roth. Bühnenleiter am Theater Putbus wird Jan
Franz Krüger.
Intendant Ernst Saueracker wird abberufen.
1965
Das
Theater Putbus erwartet am 8. Januar 1965 den 1 Millionsten Besucher.
Die Pflege der Werke von Gerhart Haupmann hat sich das Theater Putbus
zur Aufgabe gemacht und lenkte durch zahlreiche Erstaufführungen
sowie auch durch Inszenierungen
im Deutschen Fernsehfunk die Aufmerksamkeit auf sich.
Es wurden zahlreiche Werke von zeitgenössischen Autoren aus dem Ausland
und Gegenwartsdramatik aufgeführt.
Am 18. Januar wurde ein Besucherrat gegründet, um weitere Kreise
der Bevölkerung als Anrechtsbesucher zu werben.
Am 3. April 1965 gibt es erstmals einen Theaterball der Bühne Putbus.
Pläne der Intendanz der Vereinigten Theater auf Rügen und Usedom
eine Sommerspielzeit
durchzuführen.
Festtage des jungen Theaters 1965 vom 12. November – 15. November
Premiere : „Leningrader Romanze“
1966
Zur
neuen Spielzeit wird Ewald Antengruber Leiter der Bühne Putbus.
Die Außenfassade wurde neu gestrichen.
1967
In
den Theaterferien sollen Zuschauerraum und die Wandelgänge eine farbliche
Überholung erfahren.
Da die Besucherzahlen stark anstiegen, mußte die Zahl der Vorstellungen
erhöht werden.
Vom 28. März – 1. April 1976 Theatertage der Jugend
Wie angekündigt erfolgte die Renovierung des Zuschauerraumes, Foyer
und Kasse. Neuer Anstrich in den bisherigen Farben Weiß und Gold.
Die Türen zwischen dem Porticus zur Alleestraße sind zur Reparatur
vorgesehen.
Leiter der Bühne Putbus wird Rolf Böhm.
Einführung eines Theater-Familien-Samstagnachmittag aller 4-6 Wochen.
Möglich wurde dies durch die Einführung der 5-Tage-Woche. Um
Familien, die wochentags oftmals getrennt sind, die Möglichkeit zu
geben, gemeinsam ins Theater zu gehen.
Seit Eröffnung des Theaters Putbus am 29. August 1953 besuchten 1.220.000
Theaterfreunde
die mehr als 4680 Veranstaltungen im Theater selbst oder an anderen Orten
der Insel.
Seit der Reorganisation vor 7 Jahren wurde 1967 die höchste Besucherzahl
erreicht.
Mit der Spielzeit 1967/68 wird Gernot Schulze Leiter der Bühne Putbus.
1968
Das
Vereinigte Theater Stralsund-Greifswald-Putbus mit seinen drei Bühnen
hat aufgehört zu existieren. Die Reorganisation wurde aufgelöst
durch die schnell wachsende Bedeutung der Stadt Greifswald. Dadurch erhielt
die Stadt Greifswald wieder ein Drei-Sparten-Theater. Damit schied das
Ensemble der bisherigen Bühne Greifswald für die Bespielung
der Theater Stralsund und Putbus aus. Die Bühnen Greifswald und Putbus
hatten je ein Schauspiel-
Ensemble, diese bespielten Stralsund mit. Wobei Stralsund die musikalischen
Aufführungen und Ballett sowie Sinfoniekonzerte übernahm.
Die Theater Stralsund und Putbus blieben vereinigt unter der Leitung von
Intendant Georg Roth. Das Ensemble von Putbus wurde aus Kostengründen
nach Stralsund überführt. Die Vorstellungen in Putbus werden
dadurch aber nicht eingeschränkt. Der Theaterbetrieb geht planmäßig
weiter.
1969
Ab
August wird für die neue Spielzeit als neuer Oberspielleiter Friedrich
Siebert angestellt.
Die Theaterfront erhält neue Scheinwerfer. Außerdem ist vorgesehen,
das Relief im Proticus durch entsprechende Lichtquellen zu beleuchten.
Durch Anbringen eines Podestes werden im 2. Rang des Theaters in der Mitte
der zweiten Reihe die Sitze um 20 cm erhöht. Der zweite Rang hat
auch eine ausgezeichnete Akustik.
1.322.941 Besucher seit August 1953 im Theater bei 4.922 Veranstaltungen.
1970
Den
bisher zwölf Ringen des Abendspielplanes muß ein dreizehnter
hinzugefügt werden.
Außerdem besteht je eine Anrechtsreihe für Sinfonie- und Kammerkonzerte.
Neuer Oberspielleiter wird ab 1. April 1970 Fred Grasnitz.
Erinnerungen von Opa Segebrecht - Seit 64 Jahren regelmäßig
ins Theater. (Zeitungsartikel
über die Entwicklung des Theaters, OZ vom 1.11.1970)
1971
Zur
Ostseewoche im Juli 1971 kann das Theater Putbus auf ein 150jähriges
Bestehen zurückblicken. Festveranstaltung am 12. Juli 1971 zum 150jährigen
Bestehen.
1971 hat das Theater eine Kapazität von 324 Plätzen und hat
seit 1953 bis 30. Juni 1971
5308 Veranstaltungen und 1.444.018 Mio Besucher gezählt. Während
der 150jährigen Geschichte des Hauses ist diese Kulturstätte
auch von namhaften Persönlichkeiten der Zeitgeschichte aufgesucht
und beschrieben worden.
Aufzeichnung durch den Deutschen Fernsehfunk im Theater Putbus:
Die ungetreue Witwe – vier heitere Akte von G. E. Lessing, Anton
Tschechow und Rudi Strahl.
1972
Putbuser
Theaterabend im II. Fernsehen des DFF am 19.Februar 1972 mit „Die
ungetreue Witwe.
Während der diesjährigen Spielpause erhält das Theater
eine aufsetzbare Drehscheibe. So ist ein schnellerer Szenenwechsel möglich.
1973
Theaterfassade
wieder im Scheinwerferlicht. Durch zwei Scheinwerfer wird die Fassade,
wie schon vor Jahren üblich, wieder angestrahlt.
Im Anschluß an die geplante Renovierung des Hauses sollen auch am
Porticus wieder zwei Scheinwerfer angebracht werden. Das Theater erhält
einen neuen Außenanstrich.
Der Zuschauerraum, das Foyer, die Kassenhalle, das Cafe und weitere Räume
wurden bereits im Sommer renoviert. Die Wandelgänge sind mit neuen
Granitplatten belegt. Die Stühle im Zuschauerraum hat man versetzt
und so befestigt, dass das störende Quietschen weitgehend beseitigt
ist. Jetzt wird die dringend notwendige Neupolsterung vorbereitet.
1974
Die
beiden Laternen, die ehemals auf dem Granitsockel vor dem Haupteingang
des Theaters Putbus angebracht waren, werden noch in diesem Jahr durch
schmiedeeiserne Laternen ersetzt. Sie sollen sich dem klassizistischen
Stil des Hauses anpassen. Bezahlt wurden sie aus Denkmalpflegemitteln.
Während der Spielpause wurden sämtliche Sessel aus dem Zuschauerraum
aufgepolstert und mit rotem Cordsamt bezogen. Für 1975 wurde ein
Theaterkalender angeboten.
1975
Ende
Oktober kommt ein neuer Blüthner-Konzertflügel. Die Lieferung
verzögert sich. Im Dezember wird er geliefert.
Zur Erweiterung des Spielplanes wird ab Januar kommenden Jahres das Theater
Greifswald
gastieren.
1976 - 1977
Das
Theater Putbus ist seit dem 1. Januar 1976 wieder dem Rat des Kreises
unterstellt.
Vor Jahresende trafen kostbarer Stoff für die Stilbühne in Altgold
und zur Erneuerung des Schmuckvorhanges in Weinrot sowie Material zur
Auswechslung der Bespannung an den Rängen ein.
1978
Der
25. Jahrestag seiner Wiedereröffnung wurde am 29. August 1978 mit
einer Fest- veranstaltung begangen.
Ein neuer Außenanstrich soll erfolgen. Die Ornamente im Zuschauerraum
sollen mit neuem Blattgold verkleidet werden.
1979 – 1981
Ein
Klub junger Theaterfreunde wird am 24. März 1981 am Theater Putbus
gegründet.
Im Auftrag des DDR-Fernsehens wird der Film „Generalprobe“
gedreht. Der Dreh erfolgte auch im Theater Putbus.
1982
Zum
Welttheatertag am 26.März 1982 hatte das Theater Putbus 2.083.865
Besucher seit der Wiedereröffnung im Jahre 1953.
Monatlich finden im Durchschnitt 25 Vorstellungen statt.
Es bestehen 15 Anrechtsringe. Je einer für die Stunde der Musik und
für das Sinfoniekonzert sowie zwei für plattdeutsche Stücke.
Zur Instandhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Theaters Putbus wurden
finanzielle Mittel durch den Staat bereitgestellt. So wurden alle Räume
renoviert. Die beiden Heizungs-kessel ausgewechselt und für sämtliche
Fenster des Verwaltungstraktes Doppelfenster ange- fertigt.
Außerdem wurden alle schadhaften Stellen im Mauerwerk, soweit ohne
Gerüst erreichbar,
ausgebessert.
Die vier stattlichen Säulen des Theaters präsentieren sich wieder
in prächtiger Rundung.
1983
Walter
Evert
– Direktor des Theater Putbus – begeht 20jähriges Jubiläum
als Verwaltungs- direktor.
Seit 1973 gehört das Theater mit all seinen Einrichtungen aller 2
Jahre den jungen Künstlern der Patenschule des Theaters für
die Darbietung eines vielseitigen und niveauvollen Programmes.
30. Jahrestag der Wiedereröffnung am 29. August 1983 mit einem Festprogramm
durch das
Theater im Palast Berlin – gespielt wird „Salut an Alle. Marx“
nach Briefen von Karl und
Jenny Marx und Friedrich Engels.
Das Putbuser Theater wurde mit der Medaille „Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv
der DDR“ geehrt.
1984
Walter
Evert geht in Ruhestand – Neuer Direktor des Theater Putbus wird
Jürgen Reger
1985 –1986
Auf
Grund umfangreicher Rekonstruktionsmaßnahmen im Zuschauerraum sowie
Rang- und Kuppelbereich ( Bei einer Sonderveranstaltung löste sich
von der Decke des 1. Ranges ein großes Stück Putz und fiel
auf einen der vorderen Plätze. Verletzt wurde dabei zum Glück
keiner) ruht im Theater Putbus im Jahr 1986 der Spielbetrieb bis auf weiteres.
Eine elektrische Lichtstellwarte wurde bereits installiert.
Der Theaterspielbetrieb wird jetzt im Kreiskulturhaus in Bergen abgehalten.
Am 1. Oktober 1986 wird die neue Spielzeit nach einer Teilrekonstruktion
eröffnet.
Das Dach wurde ausgebessert, der Schornstein der Heizungsanlage instandgesetzt,
Maler-
arbeiten durchgeführt und umfangreiche konstruktive Veränderungen
im Tragwerk des Rang- und Kuppelbereiches erfolgreich abgeschlossen.
1987
Am
Giebel des Putbuser Theaters kann man wieder die Zeit ablesen. Am 7. Juli
1987 wurde wieder eine Uhr angebracht.
Hauptmann-Festwoche vom 10. November im Theater Putbus anläßlich
des 125. Geburts- tages von Gerhart Hauptmann am 15. November.
1988
Das
Theater Putbus erhielt an der Giebelfront zum Marktplatz und neben dem
Säulenportal in der Alleestraße neue Fenster.
1989 – 1991
Drastischer
Besucherrückgang am Theater Putbus, von einst 11 Anrechtsringen nur
noch 4 vorhanden.
Der Direktor des Theater Putbus – Win Hocke – spricht über
Probleme und Aufgaben.
Investitionen und kontinuierliche Erneuerung fehlen, die technische Ausrüstung
gehört eigentlich ins Museum.
Jetzt wird das Theater vom Landratsamt subventioniert, auch die Stadtverwaltung
Putbus hilft. Was an den jüngst restaurierten Säulen zu sehen
ist.
Eine Atmosphäre wie im Wohnzimmer: Das Theater soll eine der schönsten
deutschen Bühnen sein, so meinte einst Peter Schreier.
Der Dachstuhl des Theaters soll rekonstruiert werden. Es bedarf aber einer
längeren und gründlichen Untersuchung und Vorbereitung. So lange
das geschieht, können wenigsten an den Wochenenden noch Vorstellungen
stattfinden.
1992
Im
März sollen nun endlich die dringend erforderlichen Bauarbeiten beginnen.
Während der notwendigen Schließzeit wird in einer Ausweichspielstätte
weitergespielt.
Hans-Joachim Hoemcke wird neuer Direktor des Theater Putbus.
Die Vorstellungen des Theaters finden nunmehr im ehemaligen Haus der Armee
in Prora statt. Eröffnungsvorstellung ist ein Ballettabend.
Das Theater ist eingerüstet. Die Dachbestuhlung wird überholt
und das Dach neu eingedeckt.
Im Rangfoyer ist vorgesehen, die Decke abzusenken und eine Spannkeramikdecke
einzu- bauen, und auf diese Weise Raumgewinn zu erreichen. Auch soll eine
Veränderung der Bühnentechnik erfolgen.
Nach der gegenwärtigen Planung soll das Theatergebäude in 3
Bauabschnitten rekonstruiert und bühnentechnisch modernisiert werden,
wofür insgesamt 12 Mio DM erforderlich sind, die vom Bund, Land und
Kreis kommen.
Ein halber Wald im Putbuser Theaterdach? - Einbau von grünem Holz,
das dann im Laufe der Jahre nachtrocknete, waren Ursache von Schäden
und Problemen mit dem Theaterdach. Es wurde offensichtlich immer nur notdürftig
repariert. In den 80ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Dachstuhl
verstärkt. Es wurde noch einmal eine große Menge Holz im Theaterdach
verarbeitet, ein halber Wald.
In Fortsetzung des ersten Bauabschnittes wird nun der Zuschauerraum einschließlich
aller historischen Details rekonstruiert, die Bühne mit ausgereifter
Technik bis hin zu allen Belangen des Brandschutzes ausgerüstet und
eine moderne Heizungsanlage installiert.
Trotz aller Schwierigkeiten und kleinen Katastrophen, wie sie bei der
Sanierung von Altbauten immer wieder auftreten – hier im Theater
war es der jetzt festgestellte Schwamm-
befall im 2. Rang – ist Direktor Hoemke Optimist und glaubt, die
Spielzeit 93/94 an der traditionellen Spielstätte in Putbus eröffnen
zu können.
Alles ist unklar im großen Spiel um die Theater. Denkmodelle lösen
einander ab, eine Stabilisierung der Haushalte ist nicht in Sicht. Unklare
Finanzierung in Vorpommerns Musentempeln.
Es gibt künftig vier Theaterzentren im Küstenland: Rostock,
Mecklenburg-Schwerin, Vorpommern und Mecklenburg-Strelitz.
Stralsund und Greifswald Fusion zu Theater Vorpommern GmbH mit Musiktheater,
Schauspiel, Orchester, Chor und Ballett vorgeschlagen.
Bespieltheater Putbus, Wismar und Güstrow werden aus landeseigenen
1,5 Millionen-Kooperationsfond gefördert, wenn sie Gastspiele einheimischer
Ensemble aus Mecklenburg/Vorpommern organisieren.
In der Ausweichspielstätte neues Theatergestühl in ansteigender
Form.
Am Montag 7.Dezember 1992 wird in Prora der
Förderverein Theater Putbus aus der Taufe gehoben.
1993
Mittel
für die laufenden Baumaßnahmen am Theater Putbus fehlen.
Seit 4. März 1992 ist das Theater Putbus geschlossen. Die Bauuntersuchungen
hatten ergeben:
Statt einer ursprünglich geplanten Dachsanierung ist eine komplette
Restaurierung und Rekonstruktion der 1821 eröffneten Bühne notwendig.
Fertig ist jetzt der Dachstuhl, ein Betonringanker gegossen, das Dach
mit grauem italienischen Schiefer gedeckt und die Außenfassaden
fast vollständig saniert. Im Sommer 1996 zum 175. Geburtstag soll
der Putbuser Musentempel wieder eröffnet werden.
Auch die neue Spielzeit muß mit dem Provisorium leben. Dort wird
die neue Spielzeit am
10. September eröffnet.
Von außen ist das Theater schon fast fertig gestellt und bietet
einen schönen Eindruck. Aber im Inneren muß noch viel passieren.
Es werden noch 8 Mio DM für die Fertigstellung des Hauses benötigt.
Hier sind der Landkreis, das Land und der Bund gefragt, auch werden Sponsoren
gesucht.
Wann wird das Theater Putbus wieder für den Spielbetrieb eröffnet
? Befürchtungen werden laut, dass die traditionsreiche Spielstätte
in Putbus zu ihrem 175jährigen Bestehen 1996 noch immer Baustelle
ist, wenn nicht gar Bauruine wird. Zur Zeit ist nur ein Restaurator zur
Bestandsicherung tätig.
1994
Eine
Vor-Ort-Besichtigung war im Theater angesagt. Auch der Laie sieht, welche
Schäden das klassizistische Bauwerk im Laufe der Jahre davongetragen
hat. Die Bühne bzw. deren technischer Teil wurde vom TÜV gesperrt.
Das Holz der Säulen und Ränge hält keiner Belastung mehr
stand. Aber die Sanierung des Theaters allein reicht auch nicht aus. Die
technische Ausstattung der Bühne, die Sanitäranlagen, die Garderoben
und auch der ganze gastronomische Bereich sind absolut nicht mehr tragbar.
Etwa 100 m² Fläche fehlen, um den Ansprüchen eines modernen
Theaters gerecht zu werden.
Folgende Variante für die weiteren Bauarbeiten wurden unterbreitet:
- Im Technikbereich ist eine Modernisierung auf Bespielbarkeit vorzunehmen
- Im Zuschauerraum und im Foyer sollte die historische Fassung von 1835
wiederhergestellt werden.
- Anstelle des alten Anbaues soll ein neuer Anbau entstehen.
Während
das Theater Putbus zur Zeit in Prora spielt, will man im Sommer wieder
in die Heimatstadt zurückkehren und kleinere Abendvorstellungen,
Konzerte, Kinderprogramme im Marstall geben .
Vom Kreistag wird die vorab genannte Variante für die weiteren Bauarbeiten
beschlossen.
Da im Marstall wieder das Rossini-Festival stattfindet, muß für
das Theater ein anderer Ort gefunden werden.
Sommertheater soll im Theater Putbus trotz Baustelle stattfinden. Die
Ränge können nicht benutzt werden, aber das Parkett soll mit
kleinen runden Tischen ausgestattet werden, so daß etwa 100 Besucher
Platz finden.
Nach der Vorstellung verwandelt sich die Bühne in Bar und Tanzfläche.
So haben die Besucher die Möglichkeit das Haus näher kennen
zu lernen.
Es wurden Wandmalereien aus den Anfängen des Theaters entdeckt.
Dipl-Restaurator Andreas Weiß und 4 Studenten der Hochschule für
Bildende Kunst Dresden sind mit der notwendigen Sorgfalt dabei, das Original
sichtbar zu machen.
Dabei gehört das Skalpell zu den wichtigsten Werkzeugen. Um kein
Detail zu übersehen wird ständig eine Lupenbrille getragen.
Die Restauratoren bitten Rüganer um Hilfe. Es werden alte Dokumente
über das Theater gesucht.
Ist
das Theater Putbus ein Faß ohne Boden ? 4 Mio DM flossen bereits
in die Rekonstruktion. Je zur Hälfte aus Fördermitteln bzw.
der Landkreiskasse. Weitere 4,0 – 5 Mio DM werden nötig und
das ohne Anbau für Treppe und Büroräume. Der wurde gestrichen
– leere Kassen.
Förderanträge wurden gestellt. Der Landkreis hat im Haushaltsplan
2,5 DM für das Theater vorgesehen. So muß auch die kommende
Spielzeit wieder in einer Ausweichspielstätte stattfinden.
Der Architektenvertrag mit Ing.-Büro Ultsch wurde gekündigt.
Ein neuer Vertrag wurde mit dem Planungsbüro Kulturbauten GmbH Berlin
abgeschlossen. Dieses besitzt seit 30 Jahren Erfahrungen für Theaterbauten
und Objekten mit hohen denkmalpflegerischen Anforderungen.
1995
Hoffnung
auf Eröffnung in der Saison 1996.
Der Theaterförderverein soll aus dem Dornröschenschlaf geholt
werden und mehr Interesse für das Theater Putbus wecken.
Für die Rekonstruktion sind noch 11,6 Mio DM notwendig. Allerdings
stehen bis 1996 nur etwa 4,4 Mio DM zur Verfügung. 2 Jahre noch soll
es dauern, bis sich das Theater Putbus wieder für die Zuschauer öffnet.
Wobei noch rund 12 Mio DM aufgebracht werden müssen. Die Finanzierung
steht auf wackligen Beinen.
1996 und 1997 sollen jeweils 2 Mio DM in den Musentempel fließen
– Investitionspauschale des Kreises sowie sämtliche denkmal-pflegerische
Mittel des Landes von insges. 3 Mio DM.
Weiterhin Aufnahme eines Kredites in Höhe von 1,5 Mio DM, wobei dann
immer noch 2 Mio DM fehlen.
Die Heizungsanlage ist umgebaut und zwar von Kohle auf Gas. So kann nun
auch im Winter weitergebaut werden. Das Fundament aus Ziegel- und Feldsteinen
wurde gesichert. Gegenwärtig wird der Unterbau für den Saalboden
wiederhergestellt. Zugleich wird die Fußbodenheizung eingebaut.
Die historischen Kalksteinplatten werden derzeit aufgearbeitet. Bereits
fertig ist die General- reparatur der Bühnentechnik.
Mit weiterer Sanierung soll begonnen werden:
- Sanierung Holztragekonstruktion der Ränge und des Proszeniums.
- Im Anschluß Putz- und Stuckarbeiten.
- Oberflächengestaltung auf Grundlage des Restaurierungskonzeptes
abgestimmt
mit Landesamt für Denkmalpflege.
1996
Arbeiten
am Theater gehen nicht so recht voran, ein Bau- und Planungsstop hat 1995
wegen
fehlender Gelder die Sanierung zurückgeworfen. Dabei liegt Geld dafür
in Schwerin bereit. Allerdings kommen die Landesmittel erst, wenn Rügen
einen bestätigten Haushaltsplan hat.
Das Theater Putbus könnte ab 1998 wieder spielen.
Noch in diesem Winter werde der historische Kalksteinfußboden aufgearbeitet.
Auch das Rangtragewerk soll in sorgfältiger Kleinarbeit wieder hergestellt
werden.
Für das Theater wird die Farbfassung von 1826 gewählt –
Grautöne, Ocker, ein kräftiges Blau und goldene Ornamente.
Neuanfang oder Auflösung des Theatervereines?
Statt Auflösung wird über neue Ideen gesprochen. Und der Wille
etwas für das Theater zu tun ist ungebrochen.
Die Arbeiten am Theater gehen voran, als nächstes soll der Anbau
teilweise abgerissen werden und dann erneuert.
Mit Fachleuten aus ganz Deutschland wird über die geplante Farbgebung
diskutiert. Bei den Arbeiten sind immer wieder neue Farbschichten aufgetaucht.
Bis 1998 wurde durch das Land 6 Mio DM zugesagt.
Direktor Hans-Joachim Hoemcke verläßt im Juni das Haus. Das
Inseltheater wird dann von der Abteilung Kultur des Landratsamtes geführt.
1997
Als
Ziel der Wiedereröffnung ist der 1. Mai 1998 vorgesehen.
Leiter des Theater Putbus soll Wilhelm Keitel (Leiter des Rossini-Festival
Putbus) werden.
Richtfest für den Theateranbau.
Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Herrn Keitel zum 31. Januar im gegenseitigen
Einvernehmen gekündigt.
Laut Kreistagsbeschluß wird Herr Horst-Dieter Brand am 30. Oktober
zum neuen Verwaltungsdirektor bestellt.
1998
Das
Theater erhält hellgrauen Vorhang aus Dekosamt. Auch die Drapierung
an den Logen soll aus diesem Dekorationssamt sein. Zu diesem Ergebnis
kamen Bauherren, Architekten Restauratoren und Denkmalpfleger. Zuvor hat
es eine heftige Diskussion um die Farbe des
Vorhanges (Rot oder Grau) gegeben.
Auch wurde die Farbigkeit im Saal und Foyer endgültig festgelegt.
Weiß, Blau, Ocker und
abgestufte Grautöne geben dem Theaterinneren das Gepräge.
Ende Januar soll die Verwaltung ins Theater einziehen. Am 1. Februar übernimmt
der neue Theaterleiter Brand das Zepter.
Mitte Februar wird mit dem Probebetrieb der technischen Anlagen begonnen.
Der Kreistag entscheidet, dass Horst-Dieter Brand doch nicht Verwaltungsdirektor
wird.
Als neuer Theaterchef ist Klaus Möbus im Gespräch.
Der Kronleuchter für das Theater wurde angeliefert.
Die Gründung der Kulturstiftung ist erfolgt. Das Theater Putbus soll
komplett in die Stiftung eingebracht werden, ist einer von vielen Vorschlägen
für die Zukunft des Musentempels.
Klaus Möbus wurde durch Kreistagsbeschluß
zum Verwaltungsdirektor bestellt.
Die Eingangstüren erhalten einen Ocker-Farbanstrich.
Dieser lehnt sich an einen kolorierten Stich vom Theater aus dem Jahre
1833 an. Diese Darstellung zeigt den Theaterfries mit weißem Hintergrund.
Nun sind auch wieder anthrazitfarbene Rosetten und Kreuzbänder an
den Eingangstüren angebracht.
Moderne Anlage für Hörgeschädigte. Eine Anlage mit 20 Hörhilfen
wurde im Theater Putbus installiert.
Am 2. Mai 1998
wurde das Theater Putbus mit einem feierlichen Festakt wiedereröffnet.
Neben zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft und Kultur, hatten sich auch
einige Landes- und Inselpolitiker eingefunden. Darunter Ministerpräsident
Berndt Seite, Kultusministerin Regine Marquard, Landrätin Karin Timmel
und der Bürgermeister von Putbus, Gerhard Reese.
Durch die Landrätin Karin Timmel konnte der neue Theaterdirektor
Klaus Möbus den symbolischen Schlüssel für die rekonstruierte
Spielstätte in Empfang nehmen.
Durch den Förderverein Theater Putbus e.V. wurde ein Scheck über
40.000 DM überreicht.
Ein Teil des Betrages resultiert aus der vom Verein initiierten Aktion
Theaterstuhlverkauf.
Das Geld soll zur attraktiven Programmgestaltung genutzt werden. Aus diesem
Fond wird auch noch eine Sammlung von 13 Gemälden zur Theaterausstattung
bereitgestellt. Es handelt sich dabei um gemalte Theaterszenen, die 1996
bei Aufführungen in der Ausweichspielstätte Prora entstanden
sind.
Es wurden rund 16,5 Mio DM in das Haus mit seinen 244 Plätzen investiert.
Über die Hälfte der Summe kam aus Fördertöpfen des
Landes.
Das
Theater hat einen echten Steinway. Die für den Umbau und Sanierung
vorgesehenen Finanzen von insgesamt 16,5 Mio DM wurden nicht ganz benötigt.
Da die Mittel zweckgebunden sind, konnte der neue Flügel angeschafft
werden.
Das Theater Putbus spielt auch den Sommer hindurch. Zum Tag des offenen
Denkmals wird im Theater durch den Direktor die moderne Technik und das
Spielplankonzept vorgestellt.
Es werden Führungen durch das Haus und seiner Geschichte durchgeführt.
Die Techniker des Hauses zeigen in einer kleinen Show mit der Tänzerin
Henriette Grawwert, was das Theater weiterhin bietet.
Im Inselhaushalt 99 regiert der Rotstift. Noch nicht angetastet werden
die 290.000 DM Zuschuß für das Theater Putbus. Doch Entlastung
durch eine Theater-GmbH wird angemahnt.
Der Umbau des Theaters 1826 wurde durch eine Inschrift auf dem Innenputz
des Markt- giebels dokumentiert. Maurer Schuhmann hat dort seinen Namen
und Datum hinterlassen. Und der Putz hält immer noch.
Einführung eines Familiennachmittages im Theater Putbus.
Der Theaterförderverein überreicht einen Scheck über 3.000
DM anläßlich einer Weihnachts- feier mit ehemaligen Mitarbeitern
des Theaters.
Die Kulturstiftung und das Theater realisieren erstes größeres
Vorhaben – ein Silvester- konzert.
1999
Seit
der Wiedereröffnung des Theaters im Mai 1998 besuchten 15.725 Besucher
93 Veranstaltungen. Damit wurde das Auslastungsziel von 70 % um 5 % übertroffen.
Die Türen des Theaters Putbus sind im Monat Januar verschlossen.
Theaterferien sind angesagt.
Den Spielplan bis Ende Mai bekommt jeder Haushalt mit dem Ostseeanzeiger
als Beilage ins Haus.
Das Theatercafe hat noch keinen neuen Pächter. Die Weinhandlung „monte
vino“ aus Bergen ist in die Bresche gesprungen, sie sorgt vor den
Veranstaltungen und in der Pause für einen guten Tropfen. Herbstfestival
„Autumnale Rügen“ mit Märchen, Mythen und Musik.
Veranstaltungen finden im Theater Putbus, dem Marstall, in den Kirchen
Waase, Bergen, Vilmnitz sowie Binz, Sassnitz und Lohme statt.
Anfang Mai soll die Broschüre über die Historie des Musentempels
erscheinen.
Ein Anrechtsangebot besteht für:
Niederdeutsches Theater
Stunde der Musik
Schauspiel und Musiktheater
Unterhaltung und
Wahlabo sind neu.
Seit
dem 1. Januar wurden 77 Veranstaltungen mit 11.768 Besucher durchgeführt.
Der RPNV hat im Sommer wieder einen Theaterbus von Binz eingesetzt. Dieser
wurde schlecht angenommen.
Anrechtserweiterung für die Spielzeit 1999/2000 – Für
Niederdeutsch wird ein dritter Anrechtsring aufgebaut.
Das Vorverkaufssystem ENTREE wurde weiter ausgebaut. 10 % der Kartenverkäufe
erfolgen über das Internet.
Ein Konzept für die Gründung einer GmbH wird laut Landrätin
Karin Timmel gegenwärtig erarbeitet.
Feuchtigkeitsproblem in den Kellerräumen. Luftentfeuchter für
die Kellerräume wären angebracht und würden das Problem
entschärfen.
10.000
DM wurden von Förderverein Theater an den Theaterleiter Klaus Möbus
überreicht,
verbunden mit dem Wunsch, dass das Geld für eine abwechslungsreiche
Spielplangestaltung eingesetzt werde.
Zur
Theater-GmbH liegen seit September 99 die Konzepte von Theaterchef Klaus
Möbus beim Kreis vor. Der Kulturausschuß berät am 8.12.99
darüber. Eine Arbeitsgruppe dazu wurde gebildet.
Die Preise auf den Karten des Theaters Putbus sollen ab 1. Juni 2000 so
verändert werden, dass der Euro als glatte Summe erscheint. Dadurch
ist der DM-Betrag nun mit Pfennigen ausgewiesen. Dies ist durch den Umrechnungsfaktor
gegeben.
Rund
230.000 DM erhält das Inseltheater Putbus an Landesmitteln aus dem
Gesamttopf von 70 Mio DM. Gemessen am Gesamtetat von 740.000 DM sind das
31,08 %. 340.000 DM wurden 1998 mit Eintrittsgeldern erlöst, was
mit 45,84 % den Spitzenreiter unter den 13 Theatern des Landes ausmacht.
Gute Voraussetzungen für die Denkmodelle einer Theater-GmbH, um flexibler
wirtschaften zu können.
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Schloss
zu Putbus
im
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Putbus Schloss -- 1890 (sicht
vom Schlossteich)

Das
ehemalige Schloss zu Putbus.
(gespengt am: )
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des Theaters Putbus
wird ständig erweitert
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