Chronik des Theater Putbus
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im Aufbau/Überarbeitung, bitte regelmäßig Abfragen

„Wilhelm Malte“
Fürst und Herr zu Putbus

Wilhelm Malte ist am 01. August 1783 in Putbus geboren. Er studierte von 1800 – 1802 in Greifswald und Göttingen Rechtswissenschaft, Archäologie, Physik und Chemie und er unternahm Bildungsreisen nach Südeuropa und England. Des weiteren nahm er Fecht- und Reitstunden und ließ sich Unterricht im Bauzeichnen geben.

1803 trat er seinen Militärdienst beim Leibhusarenregiment in Stockholm an. Drei Jahre später vermählte er sich mit Luise, Gräfin von Veltheim, geb. Freiin von Lauterbach.

Am 25. Mai 1807 wurde dem Grafen Malte durch den Schwedenkönig Gustav Adolf der IV. die Fürstenwürde verliehen, die sich immer auf den ältesten Sohn vererben sollte.

Das Jahr 1813 rief den Fürsten zu den Waffen. Zusammen mit dem Kronprinz Karl Johann nahm er an den Befreiungskriegen ab 1813 teil. So nahm er an der Schlacht bei Dennewitz am 06. September und an der Schlacht bei Leipzig 1813 teil. Abschied vom Militärdienst nahm Fürst Malte 1814, weil er sich über den am 14. Juni 1814 abgeschlossenen Kieler Frieden ärgerte (Rügen sollte Dänemark als Entschädigung für das verlorene Norwegen ausgeliefert werden).

Am 08. März 1815 wurde er zum Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern und zum Kanzler der Universität Greifswald ernannt.

Am 24. Januar 1817 wurde dem Fürsten der Fürstentitel mit dem Prädikat „Durchlaucht“ und wenig später die Würde des Erblandmarschalls bestätigt. 1837 – 1846 wurde in der Granitz durch den Fürsten das Jagdschloss nach den Plänen von Schinkel erbaut. Am 18. 06. 1838 nahm Fürst Malte als außerordentlicher preussischer Gesandter an der Krönung Königin Viktorias in London teil. Zum General der Infanterie wurde Fürst Malte am 18. Juni 1843 von König Friedrich Wilhelm IV. ernannt.

Im Winter 1852/53 stellte sich beim Fürsten ein Blasenleiden ein, welchem er am 26. 09. 1854
erlag. Er wurde in einem Erdbegräbnis in der Kirche zu Vilmnitz am 02. Oktober 1854 beige-
setzt.

Die Gründung des Flecken Putbus, die Errichtung des ersten Seebades auf Rügen, die Teil-nahme an industriellen Unternehmungen, der Bau der Landungsbrücke in Lauterbach, die Stiftung des Pädagogiums, der Ausbau der ersten Kunststraßen auf der Insel, die Erbauung des Jagdschlosses Granitz – alle diese Anlagen legen Zeugnis ab von dem weitblickenden, stets auf das Allgemeinwohl gerichteten Sinne des Fürsten.

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Chronik des Theaters Putbus
ab 1850, ab 1900, ab 1950, ab 1970, ab 1992

1817
In diesem Jahr ließ Graf Karl-Friedrich von Hahn-Neuhaus, ein Jugendfreund von Fürst Malte zu Putbus, in einem Wagenschauer des alten Reitstalles eine Theaterbühne mit dazugehörigen Zuschauerplätzen einrichten und gewann Schauspielgruppen, die dort ihre Stücke aufführten. Zu diesen Schauspielgruppen gehörte auch die Gruppe von Direktor Krampe, der später erster Direktor des neuerbauten Fürstlichen Schauspielhauses wurde.

1818
Am 14. 07. 1818 erschien in der Stralsundischen Zeitung eine vorläufige Anzeige von der Errichtung eines Theaters in Putbus während der Badezeit. Am 24. 07. 1818 wurde zur Eröffnung der Sommerspielzeit im Reitstall das Lustspiel von August von Kotzebue „Der Freimaurer“ und der Einakter von Theodor Körner „Die Gouvernante“ gegeben. Ob alle Aufführungen im Reitstall stattfanden, ist leider nicht bekannt. Es fanden möglicherweise auch Aufführungen in einer anderen Spielstätte statt, nämlich in einem kleinen hinter dem „Fürstenhof“ gelegenen Haus. Dieses Haus, welches von Graf Hahn erbaut wurde, wurde auch „Logierhaus“ genannt.

1819
Nachdem das Logierhaus erbaut war, plante man gegenüber den Bau eines größeren Theaters, mit dessen Entwurf der Fürstliche Baumeister Wilhelm Steinbach beauftragt wurde. Das Schauspielhaus wurde als langgezogener Rechteckbaukörper an einem zentralen Punkt am Markt, mit seiner Hauptfassade auf das Schloß ausgerichtet, erbaut. Das Schauspielhaus sollte ein flaches Walmdach bekommen, wie auch einen zur Hauptstraße zeigenden Eingang mit einer niedrigen einfach gehaltenen Schmuckwand (Attika) über einen Hauptgesims, das einen viersäuligen Vorbau zierte.

1820
Am 20. 07. 1820 wurde das Fürstliche Schauspielhaus in Putbus unter Leitung von Direktor Krampe vorläufig eröffnet. Als Eröffnungsvorstellung wurde ein Prolog mit Gedanken von Dr. Carl Schöne und anschließend das romantische Schauspiel „Das Leben ein Traum oder: Das Horoskop“ gegeben. Die gewöhnlichen Schauspieltage sind Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Das Fürstliche Schauspielhaus wird nur in den Sommermonaten bespielt.

Wie sah das Theater von innen aus?

Im Parkett standen lehnlose, mit rotem Stoff bespannte Bänke. Im I. Rang waren Logen abgeteilt, die vom Wandelgang aus betreten wurden. Im II. Rang befanden sich hinter einer schmalen Bankreihe die Stehplätze. Das Theater hatte ca. 500 Plätze. Die zweckmäßige Beleuchtung ist durch Argand’sche Lampen (siehe Bild)
(Öllampen mit Ringdocht) erfolgt.

1821 -1823
Die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses lag auch weiterhin in den Händen von Direktor Krampe. Es wurde im Sommer 1821 nach nur 2jähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben.

1824 – 1825
1824 übernahm der Theaterunternehmer H. Müller das Fürstliche Schauspielhaus und 1825 der Schauspieldirektor Breede. Herr Müller mußte in der Woche vom 15. 08. – 20. 08. 1824 wegen Schulden und fehlender Konzession der Königlichen Regierung Putbus verlassen. Die restliche Schauspielgruppe spielte mit Genehmigung des Fürsten noch bis zum 22. Sept. 1824.

1826
Um 1826 begann am Fürstlichen Schauspielhaus eine rege Bautätigkeit, die nach Plänen von J. G. Steinmeyer (1780-1851), einem Schüler von Karl Friedrich Schinkel, erfolgten. Der Portikusgiebel wurde anstelle der Attika aufgesetzt und als wesentliches Element das Walmdach zum Satteldach verändert. Auch wurden im Foyer und im Zuschauerraum Veränderungen vorgenommen. An der Dachkonstruktion wurden größere Mängel festgestellt und an verschiedenen Wänden fiel der Putz ab oder der Schwamm stellte sich ein. Akustisch unbefriedigend war auch die tonnenförmige Kuppel des Zuschauerraumes. Der Hofbaumeister Steinmeyer veränderte die Kuppel so, dass sie jetzt flach eingehängt und die gleiche Wölbung und Gliederung hatte, wie die Schinkels im Berliner Schauspielhaus, das für seine Flüsterakustik weltberühmt war. Auch ist uns vom Umbau 1826 ein Maurer namentlich bekannt. Am Innenputz des Marktgiebels hat er in lateinischen Buchstaben „Schumann“ und das Datum „27. 07. 1826“ geschrieben.

1826 übernahm für drei Jahre Schauspieldirektor Schmidtgen das Fürstliche Schauspielhaus.

1830 - 1834
Folgende Direktoren hatte das Fürstliche Schauspielhaus in dieser Zeit:

1830 – Schauspieldirektor F. Anholdt
1831 – Graf Hahn
1832 – 1834 Direktor Gerlach

Preise 1830: (Sgr = Silbergroschen)
Loge und Sperrsitz: 17 Sgr
Erstes Parterre: 14 Sgr
Zweites Parterre: 8 Sgr
Gallerie: 4 Sgr.

Preise 1831: (Sgr = Silbergroschen)
Loge und Sperrsitz: 15 Sgr
Erstes Parterre: 12 Sgr
Zweites Parterre: 8 Sgr
Gallerie: 3 Sgr.

1835 – 1845
In den Jahren 1835 – 1839 erfolgte ein weiterer Umbau des Fürstlichen Schauspielhauses unter der Bauleitung von J. G. Steinmeyer, bei der die klassizistische Farbfassung übermalt und eine überwiegende Weißausmalung eingebracht wurde. Der Deckenplafond bekommt eine neue Form und der Zuschauerraum wird in den Farben weiß, gold und rotem Plüsch neu gestaltet.

Direktor Gerlach übernahm auch für diese Jahre weiterhin die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses.

1846 – 1847
1846/47 lag die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses in den Händen von Direktor I. Springer und J. Hein vom Stettiner Schauspielhaus.

1848
Das Fürstliche Schauspielhaus bleibt auf Grund politischer Wirren in diesem Jahr geschlossen.

1849
Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses wird Herr Heinrich Gärtner.

1850 – 1853
Für die Jahre 1850/51 wurde wieder die Stettiner Schauspieltruppe unter Leitung von Direktor I. Springer und J. Hein gewonnen. In den Jahren 1852/53 ist nur J. Hein als Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses genannt.

1854 – 1857
1854 übernahm Herr Direktor Adolph Bröckelmann das Fürstliche Schauspielhaus, nachdem die Gesellschaft des Stettiner Stadttheaters (Direktor Hein) einstweilen aufgelöst worden ist. Er blieb bis 1857 Direktor.

1858 – 1860
Für diese Zeit zog eine Schauspieldirektion Leo (Mutter und Sohn) in das Fürstliche Schauspielhaus ein.

1861
Der Schauspielunternehmer Klose wurde Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses.

1862 – 1864
1862 und 1863 war Herr Beckmann Direktor des Fürstlichen Schauspielhauses. Am 31. 08. 1864 legte er plötzlich die Direktion nieder, ohne dass er seinen Verbindlichkeiten weiter nachkam. Die restlichen Mitglieder der Theatertruppe beantragten eine Genehmigung bei der königlichen Regierung, um weiter, auf eigene Rechnung, spielen zu dürfen. Diese wurde auch erteilt, und seine Durchlaucht, der Fürst zu Putbus, stellte bereitwillig sein Theater zur Verfügung.

Preise 1862: (Sgr = Silbergroschen)
Rang und Loge: 15 Sgr
ein Sperrsitz: 15 Sgr
Parquet: 12 Sgr
Parterre: 8 Sgr
Gallerie: 4 Sgr.

1865 – 1866
Für diesen Zeitraum liegen keine genauen Angaben vor, weil viele Unterlagen durch einen Brand im Fürstlichen Schloss vernichtet worden sind. Es wird angenommen, dass das Fürstliche Schauspielhaus geschlossen war.

1867
Herr Eduard Meysel wird Direktor des Fürstlichen Schauspielhaus.

Preise: 1867: (Sgr = Silbergroschen)
Fremdenloge: 22 ½ Sgr
Loge: 15 Sgr
Sperrsitz: 12 ½ Sgr
Parterre: 7 ½ Sgr
Gallerie: 4 Sgr.

In dem Rügenschen Kreis- und Anzeigenblatt vom 13. 02. 1867 wird mitgeteilt, daß in den nächsten Tagen der Umbau des Schauspielhauses zur Kirche erfolgen soll. Am 27. 02. 1867 wird diese Mitteilung widerrufen und Putbus behält sein Fürstliches Schauspielhaus. Es wird außerdem mitgeteilt, dass es einen Neubau der Kirche und des fürstlichen Schlosses in Kürze geben wird.

1868
Ein Unternehmerleiter übernahm die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses.

Preise 1868: (Sgr = Silbergroschen)
Loge: 12 ½ Sgr
Sperrsitz: 10 Sgr
Parterre: 7 ½ Sgr
Gallerie: 4 Sgr.

1869 - 1878
Die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt Theaterdirektor Adolph Kusse.

Preise 1869: (Sgr = Silbergroschen)
Balcon: 22 ½ Sgr
Loge: 15 Sgr
Sperrsitz: 12 ½ Sgr
Proszeniumloge: 15 Sgr
Parterre: 7 ½ Sgr
Gallerie: 5 Sgr.

Direktor Kusse hat 1878 einen Dekorationsmaler aus dem berühmten Atelier von Falk in Berlin und einen Maschinisten im Fürstlichen Schauspielhaus angestellt, damit auch die dekorative Ausschmückung gehoben wird.

1879
Die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt Direktor Anton Schubert. Die Theaterdirektion richtet zu den Städten Garz und Bergen immer bestimmte Omnibusfahrten vor und nach der Veranstaltung zu kleinen Preisen ein.

1880 –1884
Die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt Direktor Louis Magener.

Preise 1880:
Fremdenloge: 2 M 25
Proszeniumsloge: 2 M
Loge: 1 M 50
Sperrsitz: 1 M 25
Parterre: 0,75 M
Gallerie: 0,50 M.

1882 kein Spielbetrieb.
1882 beabsichtigt der Fürst zu Putbus das Theater endgültig zur Kirche umbauen zu lassen. Der Kreisbaubeamte wies allerdings nach, dass der Umbau der damaligen Kursalons zur Kirche billiger wird, als ein Umbau des Theaters. Fürst Wilhelm zu Putbus folgte diesem Vorschlag und das Theater blieb den Putbusern und Gästen erhalten.

1885 - 1895
Die Direktion übernimmt Direktor Ferdinand Pochmann.

Im Jahre 1886 findet der Besuch von Gerhart Hauptmann in Putbus, der mit der damals hier gastierenden Schauspieltruppe von Direktor Pochmann Verbindung aufnahm, statt. Seine Eindrücke und Erlebnisse finden wir in dem Theaterroman „Im Wirbel der Berufung“ wieder.

1890
wird im Fürstlichen Schauspielhaus das elektrische Licht eingerichtet und auch neue Dekorationen angeschafft. Auch hat die Theaterdirektion in diesem Jahr mit der Eisenbahn-
direktion vereinbart, nach den Vorstellungen einen Theaterzug nach Bergen einzurichten.

1891
werden die Garderoben für die Mitglieder bedeutend verbessert.

1892
erhält das Fürstliche Schauspielhaus einen neuen schweren dunkelroten Faltenvorhang mit Baldachin und schweren goldenen Verzierungen.

1896 - 1898
Die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses übernimmt in diesen Jahren:

1896 – Emil Fritzsche
1897 – Konrad Kaufmann
1898 – Direktor Steiner

1899 – 1914
Der Hofschauspieler Adalbert Steffter übernimmt die Direktion des Fürstlichen Schauspiel-hauses. Direktor Steffter denkt auch an die kleinen Theaterbesucher, indem er Märchen-vorstellungen zu ganz kleinen Preisen einführt. Diese Vorstellungen werden von den Kindern begeistert angenommen. Auch fährt weiterhin nach den Vorstellungen der Theaterzug nach Bergen, Binz, Garz und Lauterbach.

1902
ist das Fürstliche Schauspielhaus vollständig mit elektrischem Licht versehen.

Preise 1907:
Fremdenloge: 3 M
Proszeniumsloge: 3 M
Loge: 2 M
Sperrsitz: 1,50 M
Parterre: 0,75 M
Gallerie: 0,50 M.

Das Fürstliche Schauspielhaus sollte 1913 aufgrund nicht genügender Erfüllung baupolizei-
licher Vorschriften geschlossen bleiben, aber durch die vereinten Bemühungen der Fürst-lichen Kanzlei, der Bürgerschaft sowie der Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses ist es doch gelungen, die Genehmigung auch für weitere Spielzeiten zu bekommen. Es wurden folgende Veränderungen vorgenommen:

- Vestibül und Foyer büßten durch den Einbau von zwei Eisentreppen ihre klassizistische Gestaltung völlig ein
- die Arkaden der Saalrückwand wurden reduziert
- die Spindeltreppen zum 1. Rang wurden entfernt
- es erhielt einen neuen eisernen Vorhang, wie es in allen großen Opern- und Schauspielhäusern üblich ist
- praktische Neuherrichtung des Bühnenhauses sowie des Sperrsitzzuschauerraumes.

Nach den Umbauarbeiten konnten ca. 600 Menschen das Fürstliche Schauspielhaus besuchen.

Preise 1913:
Fremden- und Proszeniumsloge 3 M
I. Rang Vorderplatz 2,50 M
Rückplatz 2 M
Sperrsitz 1,60 M
Parterre 0,80 M
Gallerie 0,50 M.

Am 02. 08. 1914 erhielt Direktor Steffter von Ihrer Durchlaucht der Fürstin und Herrin zu Putbus die Mitteilung, dass das Theater in Anbetracht der kriegerischen Lage und der ernsten Zeiten geschlossen wird. Daraufhin mußte Direktor Steffter mit sofortiger Wirkung sämtliche Verträge mit dem heutigen Tage lösen.

1915 – 1920
Das Fürstliche Schauspielhaus ist auf Grund von Kriegswirren geschlossen.

1920 – 1936
1920 werden am Fürstlichen Schauspielhaus Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt. Die Direktion übernimmt Direktor Schlömer, der das Fürstliche Schauspielhaus auch in den nächsten Jahren leiten wird

Ab 29. 07. 1920 fährt wieder der Theaterzug Putbus – Bergen abends. Da der Zug sehr früh fährt, muß der Vorstellungsbeginn bereits auf ½ 7 Uhr festgesetzt werden.

1921
herrschte Wohnungsmangel in Putbus. Die Einwohner wollten oder konnten keine weiteren Zimmer für das Schauspielensemble bereitstellen, was sich auch auf den Spielplan eventuell auswirken kann.

1923
wird im Fürstlichen Schauspielhaus ein Telefon eingerichtet. Bestellungen können jetzt unter der Tel.-Nr. 203 aufgegeben werden.

1932
wird versuchsweise an Mittwochnachmittagen eine Fahrpreisermäßigung von 33 ½ % auf allen Reichsbahnstationen für die Theaterbesucher eingerichtet (Sonntagrückfahrkarte). Die Karten werden zur Hinfahrt mit dem Vermerk „Theaterbesuch“ versehen und für die Rückfahrt muß der Stempel des Theaters vorhanden sein. Sollte dieser Stempel fehlen, müssen die Reisenden den Unterschiedsbetrag zum vollen Preis nachzahlen.

1935
Spielzeit vom 28.Juni bis 8. September 1935. Direktor ist seit 1923 Alfred Schlömer.
Der Theaterleiter des Stadttheaters Stralsund versuchte Beziehungen zu der fürstlichen
Verwaltung in Putbus aufzunehmen, um das dortige Schauspielhaus mit dem Stadttheater
zu vereinen.
Da aber Direktor Schlömer noch bis 1936 einen Pachtvertrag für das Schauspielhaus Putbus
hatte, mußten die Verhandlungen bis dahin ausgesetzt werden.


1936
Das Stadttheater Greifswald und das Stadttheater Stralsund stellen Antrag auf Sommerbespielung des Schauspielhauses Putbus.
Bis Herbst 1936 wird das Schauspielhaus noch von Direktor Schlömer bespielt.


1937
Durch den Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Laubinger, wurde das Schau-
spielhaus Putbus nicht zu Stralsund, sondern dem Stadttheater Greifswald zugeordnet.
Es wurde offiziell das Recht, die Rügenschen Orte als Abstecherorte während der Sommer-
monate zu bespielen, erteilt.
Die erste Sommerspielzeit des Stadttheaters Greifswald in Putbus fand vom 1. Juli 1937 bis
31. August 1937 statt.
Da ein günstiger finanzieller Erfolg der Sommerspielzeit vorhanden war, konnte Rügen auch 1938 bespielt werden.


1938
Bespielung von 28.Juni 1938 bis 31. August 1938 durch das Stadttheater Greifswald


1939
Das Schauspielhaus Putbus ist durch Durchfeuchtung und Schimmelpilzbefall kaum noch bespielbar.
Es soll keine Sommerbespielung durchgeführt werden, sondern nur noch eine abstecher-
mäßige Bespielung des Schauspielhauses Putbus durch das Stadttheater Greifswald.


1940 - 1944
Keine Bespielung des Schauspielhauses Putbus während des Krieges.

1945
Ende des Krieges wurde das Schauspielhaus Putbus als Speicher für Militär- und Flüchtlingskleider genutzt.
Die Künstlergemeinschaft Heyn-Motal bemühte sich ab September 1945 um das Schauspielhaus Putbus.
Am 10. Dezember 1945 wurde die Konzession für die Bespielung erteilt.


1946
Der Künstlergemeinschaft Erich Heyn – Friedel Motal wurde am 10. Mai 1946 die Konzession wieder entzogen und dem Ensemble Auftrittsverbot erteilt.
Am 5. Juli 1946 wurde eine vorläufige Konzession zur Leitung des Schauspielhauses
Putbus an Herrn Kurt Brüssow erteilt.
Die Eröffnung war am 15. August 1946 im Schauspielhaus Putbus. Die Eröffnungs- veranstaltung stand unter dem Motto: „Wir stellen uns vor „ ein Querschnitt durch Oper
und Operette.
Da keine Requisiten und Mobilar im Schauspielhaus Putbus vorhanden waren, erhielt es
die Genehmigung, geeignetes aus dem Schloß zusammenzustellen.

Auch die Unterbringung der engagierten Künstler wurde vorrangig und großzügig be-
handelt. Weshalb es unter der Bevölkerung zu Unmut und Empörung kam, da Umsiedler-
familien meist mit einem einzigen Zimmer auskommen mußten.

Preise:
Parkett: von 2,50 – 5,00 RM
Logen: von 4,00 – 5,00 RM
Ring: von 1,00 – 1,50 RM.

Gastspiele außerhalb von Putbus von 3,00 – 4,00 RM.

Die Situation war nicht einfach, da es an Kulissen und Material für den Theaterbetrieb
sowie ein eigenes Fahrzeug fehlte.
Zum Jahresende war die finanzielle Situation des Schauspielhauses völlig ungesichert.


1947
Die Mitglieder des Schauspielhauses Putbus wollten die Geschäftsführung übernehmen,
da Direktor Brüssow als ungeeignet in geschäftlicher wie auch künstlerischer Hinsicht eingestuft wurde.
Die Gemeinde Putbus beschloß das Schauspielhaus Herrn Kurt Brüssow bis zum 31. Mai 1947 zur Verfügung zu stellen.
Künftige Entwicklung des Schauspielhauses durch den Verwaltungsausschuß:

- Neuer Direktor sollte Hans Ohloff werden
- Landesregierung wurde um einen einmaligen Vorschuß gebeten, damit das Schauspiel-
haus zu einem Jahrestheater umgebaut werden kann.

Am 24.Februar 1947 wurde das Schauspielhaus Putbus aus der alten Betriebsform in die des Kollektivs überführt. Es entstand die Künstlergemeinschaft Hans Ohloff, Kurt Gross,
Helmut Zander, Eddy Schuler. Dauer des Vertrages bis 31.August 1947.
Erstaufführung war die Operette „Schwarzwaldmädel“.

Am 19. April 1947 stellte Hans Ohloff den Antrag auf Konzession an die Landesregierung
Mecklenburg. Am 1. September 1947 wurde die Konzession erteilt.
In dieser Zeit hatte das Schauspielhaus mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Kein Fahrzeug,
um über Land zu fahren und somit kostengünstig die Freilichtbühnen bespielen zu können.
Und dann noch die verhängte Thypussperre für Rügen und dadurch bedingter Ausfall der Theateraufführungen. Es entstand ein Defizit von 7.000,00 RM. Als einmalige Hilfe kam
vom Ministerium für Volksbildung 1.500,00 RM.

So war man gezwungen, um die Kassen zu füllen, Unterhaltungstheater zu spielen. Literatur- und Zeitstücke waren von geringem Interesse bei der Bevölkerung.


1948
Im Juli 1948 erfolgte eine Zusammenstellung für auszuführende Erneuerungsarbeiten:
Dachreparaturen, neue Ofenanlage notwendig, Türen erneuern, Fußböden in Büros
und Garderobe Schwammbildung, Fenster verglasen, Mauerstellen ausbessern, Maler-
arbeiten , Lichtleitungen neu verlegen, neuer Akku für Notbeleuchtung sowie viele
Neuanschaffungen von Mobilar und Material wie Leinwand, Rahmenholz, Vorhänge
usw..
Außerdem sind noch folgende Arbeiten notwendig: Toiletten ausbessern, Dachrinne erneuern, Fensterrahmen, Türen und Holzgesimse mit Schutzfarbe neu streichen.

Die finanzielle Lage des Schauspielhauses spitzt sich immer mehr zu. Die Zahlung der
Gagen ist ohne Hilfe des Ministeriums nicht mehr möglich.
Am 22. Dezember gibt es durch die Angehörigen des Schauspielhauses eine Resolution,
in der beschlossen wurde, den Betrieb in das Eigentum des Volkes gehen zu lassen.
Es entstand wieder eine Künstlergemeinschaft. Die Konzession wurde am 28. Dezember
1948 erteilt.


1949
Am 13. Januar wurde über das Vermögen des Schauspieldirektor Hans Ohloff das Konkursverfahren eröffnet. Die Konkursmasse bestand hauptsächlich aus der Bühnen-
ausstattung und Requisiten. Das Ministerium für Volksbildung wurde gebeten, die
Ausstattung und Utensilien zu übernehmen und dem Landestheater zur Verfügung
zu stellen oder dem Schauspielkollektiv zu ermöglichen, die Sachen zu übernehmen, um sich wieder eine Existenz zu schaffen.
Mit Schreiben vom 11. Mai 1949 wurde darum gebeten, das Schauspielhaus dem Land Mecklenburg als Eigentümer zu übergeben, da der Kreis finanziell nicht in der Lage ist das
Schauspielhaus zu unterhalten.
Auf Anordnung der Landesregierung mußte die Künstlergemeinschaft des Schauspielhauses Putbus ihre Tätigkeit ab Oktober 1949 einstellen.
Das Schauspielhaus wurde der Volksbühne unterstellt.

Durch das Landesamt für Denkmalpflege wurden Haushaltsmittel in Höhe von 4.000,00 DM
für das Dach, als Notreparatur, zur Winterfestmachung zur Verfügung gestellt.


1950 - 1952
Vom Oktober 1949 bis 1952 war das Schauspielhaus Putbus geschlossen.
Aus der Bevölkerung kamen immer wieder Beschwerden über den beginnenden Verfall des ungenutzten Schauspielhauses.
1952 wurde über Wiederinstandsetzungsarbeiten am Schauspielhaus Putbus beraten.

Es nahmen teil:
- Landesausschuß für Kunstangelegenheiten Schwerin
- Rat der Gemeinde – Bürgermeister
- Kreisausschuß der Volkssolidarität
- VEB Projektierung Bergen

Einige wichtigen Arbeiten:
- Schwammbekämpfung.
- Orchesterraum zu klein - Erweiterung durch Tieferlegung und unter Vorbühne zu legen,
Kosten ca. 6-7.000 DM
- Schaffung eines Bühnenteppichs entsprechend der durch die Fa. Badekow zu erstellenden
Stilbühne.
- Belegen des Parkettraumes – belegen mit Steinholzfußboden.

Das Theater soll nach der Instandsetzung am 1. August 1953 wieder eröffnet werden.
Der Haushaltszuschuß für 1953 beträgt 150.000 DM . Zunächst soll es ein Schauspiel- ensemble geben ab 1954 auch ein Opernensemble.

Für die Wiederherstellung des Schauspielhauses wurden insgesamt 280.000 DM von der Regierung zur Verfügung gestellt.


1953
Wiedereröffnung des Schauspielhauses Putbus am 29.August 1953 mit dem Lustspiel
„ Minna von Barnhelm „.

Direktor des Schauspielhauses Putbus wird Herr Ernst Saueracker.
Teils zögernd, teils neugierig kamen die ersten Besuchergruppen. Wo früher Steinfliesen und Bänke standen, fanden sie Parkettböden und bequeme Polsterstühle für 330 Zuschauer vor.
Der Orchesterraum kann 30 und mehr Musiker aufnehmen. An das alte unter Denkmalschutz
stehende Theatergebäude wurde ein Flügel angebaut, in dem all das unter gebracht ist, was ein Theater für seine Arbeit benötigt: Garderobenräume, Proberäume, ein Beleuchtungsstand,
auf dem später ein modernes Stellwerk Platz fand, Arbeitsräume für die Technik und Verwaltung.


1954 - 1958
Durch Verstärkung des Künstlerensembles (Kunstgattung Operette wurde neu eingerichtet) kam es zu Schwierigkeiten in der Unterbringung durch Wohnraummangel. Als 1956 die Kreise Putbus und Bergen vereinigt wurden, ergab sich die Möglichkeit, den Fürstenhof als Theaterwohnheim einzurichten. Gleichzeitig wurden Werkstätten und Probebühne mit eingerichtet.

In der Spielzeit 1955/56 erfolgte die Verleihung des Conrad-Ekhof-Preises an das Theater Putbus.
Zum 10. Todestag von Gerhart Hauptmann am 6.Juni wird darauf hingewiesen, dass das Theater Putbus in der Sturm- und Drangzeit des Dichters eine besondere Rolle gespielt hat. Er hat Putbus mehrfach besucht und eine Theateraufführung aus Anlaß des fürstlichen Geburtstages besucht. Verarbeitet wurde diese Aufführung in seinem Buch „ Im Wirbel der Berufung“, das 1936 erschien. Bei seinem zweiten Besuch von Putbus 1893 entstand über diese Zeit sein „Buch der Leidenschaften“.

Das Theater Putbus erhält in der kommenden Spielzeit 1956/57 einen Chor für Oper und Operette. 2.655.202 DM sind inzwischen für vier Spielzeiten seit 1953 als Zuschuß ausgegeben worden. 50 Inszenierungen erlebte das Haus seitdem. Theater der Fischer und Bauern wird das Theater auch genannt, gewissermaßen als Ehrentitel. Dieser verrät, wer den Hauptanteil der 440.000 Besucher in den vergangenen 5 Jahren stellte.


1959
Renovierung des Zuschauerraumes.
Treffen der Intendanten der Theater Putbus, Greifswald und Stralsund . Es geht um die Vereinigung der Theater zum 01.08.1960.


1960 – 1961

Seit Neugründung des Theaters bis Oktober 1960 wurden 650.000 Besucher in 2475 Ver- anstaltungen gezählt.
Durch das wachsende Interesse am Theater und der damit zugleich wachsende Anspruch
führten dazu, über eine Reorganisation mehrerer Theater in der kommenden Spielzeit nachzu-
denken und umzusetzen.
Austausch von Vorstellungen der Theater in Putbus, Stralsund und Greifswald durch

Spezialisierung der einzelnen Theater:

- Putbus und Greifswald Schauspiel
- Stralsund musikalische Werke

Die einzelnen Ensemble wurden verstärkt:

- Orchester auf 42 Musiker
- Chor verdoppelt auf 30 Sänger
- Ballett 18 Tänzerinnen und Tänzer

Der Orchesterraum des Theater Putbus wurde vergrößert.
Durch die Reorganisation kommen die Theaterbesucher nun in den Genuß hochwertiger
Sinfoniekonzerte und Opernaufführungen.
Im Spätsommer begann die Installation der Zentralheizungsanlage und wurde im Oktober abgeschlossen.
Das Theater wurde von außen mit weißer Farbe gestrichen; Fenster und Türen erhielten einen andersfarbigen Anstrich.

1960 wurde auch ein Magazinanbau errichtet.


1961 erfolgte dann ein Umbau des Theater Putbus im technischen Bereich. Es wurde eine neue Notstromanlage installiert. Der Magazinanbau wird baulich verändert. Das provisorische Dach wird abgehoben und der zweigeschossige Bau auf 3 Geschosse erhöht.
Der Defekt des Schornsteines im Jahr 1961 verursachte einen Brand, der einen Teil des Daches über dem Bühnendach zerstörte.
1961 wurde über das Theater und sein Publikum ein Reportagefilm gedreht, der im Juni im Deutschen Fernsehfunk gesendet wurde.


1962
Aus der Spielzeit wird das Spieljahr, welches im Januar beginnt und im Dezember endet.
Während der Sommermonate 1962 wird das Theater umgebaut. Es erfolgt eine Neugestaltung
der bühnentechnischen Einrichtung. Feuersichere Dachkonstruktion des Bühnenhauses aus Stahl, neue Beleuchtungs- und Notlichtanlage, Bühnentonanlage sowie eine Induktions-Schwerhörigenanlage. Der Wunsch der Theaterbesucher nach einem Theatercafe geht in Erfüllung. Es wird vom Foyer des 1. Ranges erreichbar die Besucher empfangen.
In den Werkstatträumen wurde die Endmontage der neuen Maschinen abgeschlossen.
Während dieser Bauphasen wurde auf verschiedenen Bühnen der Insel Rügen gespielt.

Am 1. August 1962 beging Ernst Saueracker – Intendant des Theater Putbus – sein
10 jähriges Jubiläum als Theaterleiter.
Zum 2. Mal innerhalb von 140 Jahren wehte im August 1962 über dem Hauptgebäude des Theaters Putbus eine Richtkrone.
Die Rosengartenkonzerte werden wieder aufgenommen.
Mit dem Umbau des Theaters Putbus hält die technische Perfektion Einzug. Die Errichtung der neuen Dachkonstruktion wurde abgeschlossen.

Am 16.Oktober 1962 wurde das Theater Putbus nach Beendigung der Umbauarbeiten wieder eröffnet. Bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am 18. Oktober 1962 wurde
„ Der Richter von Zalamea“ gegeben.
Erste Premiere war die Operette „Glückliche Reise“ am 16. Oktober 1962.
Vom 11.–17.11.1962 findet eine Gerhart Hauptmann-Festwoche aus Anlaß des 100. Geburts-
tages statt. Das Drama „Herbert Engelmann“ in der Originalfassung wurde aufgeführt.
Infolge des Umbaues wird eine Renovierung des Zuschauerraumes notwendig – Ausführung
in der ersten Hälfte des kommenden Jahres.
1962 soll noch ein Außenanstrich erfolgen.


1963 - 1964
Am 1. November werden das Theater Putbus sowie Stralsund und Greifswald zusammen-
gelegt. Es entstehen die Vereinigten Theater Stralsund-Greifswald-Putbus unter der Leitung
des Intendanten Georg Roth. Bühnenleiter am Theater Putbus wird Jan Franz Krüger.
Intendant Ernst Saueracker wird abberufen.


1965
Das Theater Putbus erwartet am 8. Januar 1965 den 1 Millionsten Besucher.
Die Pflege der Werke von Gerhart Haupmann hat sich das Theater Putbus zur Aufgabe gemacht und lenkte durch zahlreiche Erstaufführungen sowie auch durch Inszenierungen
im Deutschen Fernsehfunk die Aufmerksamkeit auf sich.
Es wurden zahlreiche Werke von zeitgenössischen Autoren aus dem Ausland und Gegenwartsdramatik aufgeführt.

Am 18. Januar wurde ein Besucherrat gegründet, um weitere Kreise der Bevölkerung als Anrechtsbesucher zu werben.
Am 3. April 1965 gibt es erstmals einen Theaterball der Bühne Putbus.
Pläne der Intendanz der Vereinigten Theater auf Rügen und Usedom eine Sommerspielzeit
durchzuführen.

Festtage des jungen Theaters 1965 vom 12. November – 15. November
Premiere : „Leningrader Romanze“

1966
Zur neuen Spielzeit wird Ewald Antengruber Leiter der Bühne Putbus.
Die Außenfassade wurde neu gestrichen.

1967
In den Theaterferien sollen Zuschauerraum und die Wandelgänge eine farbliche
Überholung erfahren.
Da die Besucherzahlen stark anstiegen, mußte die Zahl der Vorstellungen erhöht werden.
Vom 28. März – 1. April 1976 Theatertage der Jugend

Wie angekündigt erfolgte die Renovierung des Zuschauerraumes, Foyer und Kasse. Neuer Anstrich in den bisherigen Farben Weiß und Gold.
Die Türen zwischen dem Porticus zur Alleestraße sind zur Reparatur vorgesehen.
Leiter der Bühne Putbus wird Rolf Böhm.
Einführung eines Theater-Familien-Samstagnachmittag aller 4-6 Wochen. Möglich wurde dies durch die Einführung der 5-Tage-Woche. Um Familien, die wochentags oftmals getrennt sind, die Möglichkeit zu geben, gemeinsam ins Theater zu gehen.

Seit Eröffnung des Theaters Putbus am 29. August 1953 besuchten 1.220.000 Theaterfreunde
die mehr als 4680 Veranstaltungen im Theater selbst oder an anderen Orten der Insel.
Seit der Reorganisation vor 7 Jahren wurde 1967 die höchste Besucherzahl erreicht.
Mit der Spielzeit 1967/68 wird Gernot Schulze Leiter der Bühne Putbus.


1968
Das Vereinigte Theater Stralsund-Greifswald-Putbus mit seinen drei Bühnen hat aufgehört zu existieren. Die Reorganisation wurde aufgelöst durch die schnell wachsende Bedeutung der Stadt Greifswald. Dadurch erhielt die Stadt Greifswald wieder ein Drei-Sparten-Theater. Damit schied das Ensemble der bisherigen Bühne Greifswald für die Bespielung der Theater Stralsund und Putbus aus. Die Bühnen Greifswald und Putbus hatten je ein Schauspiel-
Ensemble, diese bespielten Stralsund mit. Wobei Stralsund die musikalischen Aufführungen und Ballett sowie Sinfoniekonzerte übernahm.

Die Theater Stralsund und Putbus blieben vereinigt unter der Leitung von Intendant Georg Roth. Das Ensemble von Putbus wurde aus Kostengründen nach Stralsund überführt. Die Vorstellungen in Putbus werden dadurch aber nicht eingeschränkt. Der Theaterbetrieb geht planmäßig weiter.


1969
Ab August wird für die neue Spielzeit als neuer Oberspielleiter Friedrich Siebert angestellt.
Die Theaterfront erhält neue Scheinwerfer. Außerdem ist vorgesehen, das Relief im Proticus durch entsprechende Lichtquellen zu beleuchten.
Durch Anbringen eines Podestes werden im 2. Rang des Theaters in der Mitte der zweiten Reihe die Sitze um 20 cm erhöht. Der zweite Rang hat auch eine ausgezeichnete Akustik.
1.322.941 Besucher seit August 1953 im Theater bei 4.922 Veranstaltungen.


1970
Den bisher zwölf Ringen des Abendspielplanes muß ein dreizehnter hinzugefügt werden.
Außerdem besteht je eine Anrechtsreihe für Sinfonie- und Kammerkonzerte.
Neuer Oberspielleiter wird ab 1. April 1970 Fred Grasnitz.
Erinnerungen von Opa Segebrecht - Seit 64 Jahren regelmäßig ins Theater. (Zeitungsartikel
über die Entwicklung des Theaters, OZ vom 1.11.1970)


1971
Zur Ostseewoche im Juli 1971 kann das Theater Putbus auf ein 150jähriges Bestehen zurückblicken. Festveranstaltung am 12. Juli 1971 zum 150jährigen Bestehen.
1971 hat das Theater eine Kapazität von 324 Plätzen und hat seit 1953 bis 30. Juni 1971
5308 Veranstaltungen und 1.444.018 Mio Besucher gezählt. Während der 150jährigen Geschichte des Hauses ist diese Kulturstätte auch von namhaften Persönlichkeiten der Zeitgeschichte aufgesucht und beschrieben worden.
Aufzeichnung durch den Deutschen Fernsehfunk im Theater Putbus:
Die ungetreue Witwe – vier heitere Akte von G. E. Lessing, Anton Tschechow und Rudi Strahl.


1972
Putbuser Theaterabend im II. Fernsehen des DFF am 19.Februar 1972 mit „Die ungetreue Witwe.
Während der diesjährigen Spielpause erhält das Theater eine aufsetzbare Drehscheibe. So ist ein schnellerer Szenenwechsel möglich.


1973
Theaterfassade wieder im Scheinwerferlicht. Durch zwei Scheinwerfer wird die Fassade, wie schon vor Jahren üblich, wieder angestrahlt.
Im Anschluß an die geplante Renovierung des Hauses sollen auch am Porticus wieder zwei Scheinwerfer angebracht werden. Das Theater erhält einen neuen Außenanstrich.

Der Zuschauerraum, das Foyer, die Kassenhalle, das Cafe und weitere Räume wurden bereits im Sommer renoviert. Die Wandelgänge sind mit neuen Granitplatten belegt. Die Stühle im Zuschauerraum hat man versetzt und so befestigt, dass das störende Quietschen weitgehend beseitigt ist. Jetzt wird die dringend notwendige Neupolsterung vorbereitet.


1974
Die beiden Laternen, die ehemals auf dem Granitsockel vor dem Haupteingang des Theaters Putbus angebracht waren, werden noch in diesem Jahr durch schmiedeeiserne Laternen ersetzt. Sie sollen sich dem klassizistischen Stil des Hauses anpassen. Bezahlt wurden sie aus Denkmalpflegemitteln.
Während der Spielpause wurden sämtliche Sessel aus dem Zuschauerraum aufgepolstert und mit rotem Cordsamt bezogen. Für 1975 wurde ein Theaterkalender angeboten.


1975
Ende Oktober kommt ein neuer Blüthner-Konzertflügel. Die Lieferung verzögert sich. Im Dezember wird er geliefert.
Zur Erweiterung des Spielplanes wird ab Januar kommenden Jahres das Theater Greifswald
gastieren.


1976 - 1977
Das Theater Putbus ist seit dem 1. Januar 1976 wieder dem Rat des Kreises unterstellt.
Vor Jahresende trafen kostbarer Stoff für die Stilbühne in Altgold und zur Erneuerung des Schmuckvorhanges in Weinrot sowie Material zur Auswechslung der Bespannung an den Rängen ein.


1978
Der 25. Jahrestag seiner Wiedereröffnung wurde am 29. August 1978 mit einer Fest- veranstaltung begangen.
Ein neuer Außenanstrich soll erfolgen. Die Ornamente im Zuschauerraum sollen mit neuem Blattgold verkleidet werden.


1979 – 1981
Ein Klub junger Theaterfreunde wird am 24. März 1981 am Theater Putbus gegründet.
Im Auftrag des DDR-Fernsehens wird der Film „Generalprobe“ gedreht. Der Dreh erfolgte auch im Theater Putbus.


1982
Zum Welttheatertag am 26.März 1982 hatte das Theater Putbus 2.083.865 Besucher seit der Wiedereröffnung im Jahre 1953.
Monatlich finden im Durchschnitt 25 Vorstellungen statt.
Es bestehen 15 Anrechtsringe. Je einer für die Stunde der Musik und für das Sinfoniekonzert sowie zwei für plattdeutsche Stücke.

Zur Instandhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Theaters Putbus wurden finanzielle Mittel durch den Staat bereitgestellt. So wurden alle Räume renoviert. Die beiden Heizungs-kessel ausgewechselt und für sämtliche Fenster des Verwaltungstraktes Doppelfenster ange- fertigt.

Außerdem wurden alle schadhaften Stellen im Mauerwerk, soweit ohne Gerüst erreichbar,
ausgebessert.
Die vier stattlichen Säulen des Theaters präsentieren sich wieder in prächtiger Rundung.


1983
Walter Evert – Direktor des Theater Putbus – begeht 20jähriges Jubiläum als Verwaltungs- direktor.
Seit 1973 gehört das Theater mit all seinen Einrichtungen aller 2 Jahre den jungen Künstlern der Patenschule des Theaters für die Darbietung eines vielseitigen und niveauvollen Programmes.

30. Jahrestag der Wiedereröffnung am 29. August 1983 mit einem Festprogramm durch das
Theater im Palast Berlin – gespielt wird „Salut an Alle. Marx“ nach Briefen von Karl und
Jenny Marx und Friedrich Engels.

Das Putbuser Theater wurde mit der Medaille „Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv der DDR“ geehrt.


1984
Walter Evert geht in Ruhestand – Neuer Direktor des Theater Putbus wird Jürgen Reger


1985 –1986
Auf Grund umfangreicher Rekonstruktionsmaßnahmen im Zuschauerraum sowie Rang- und Kuppelbereich ( Bei einer Sonderveranstaltung löste sich von der Decke des 1. Ranges ein großes Stück Putz und fiel auf einen der vorderen Plätze. Verletzt wurde dabei zum Glück keiner) ruht im Theater Putbus im Jahr 1986 der Spielbetrieb bis auf weiteres.
Eine elektrische Lichtstellwarte wurde bereits installiert.
Der Theaterspielbetrieb wird jetzt im Kreiskulturhaus in Bergen abgehalten.
Am 1. Oktober 1986 wird die neue Spielzeit nach einer Teilrekonstruktion eröffnet.
Das Dach wurde ausgebessert, der Schornstein der Heizungsanlage instandgesetzt, Maler-
arbeiten durchgeführt und umfangreiche konstruktive Veränderungen im Tragwerk des Rang- und Kuppelbereiches erfolgreich abgeschlossen.


1987
Am Giebel des Putbuser Theaters kann man wieder die Zeit ablesen. Am 7. Juli 1987 wurde wieder eine Uhr angebracht.
Hauptmann-Festwoche vom 10. November im Theater Putbus anläßlich des 125. Geburts- tages von Gerhart Hauptmann am 15. November.


1988
Das Theater Putbus erhielt an der Giebelfront zum Marktplatz und neben dem Säulenportal in der Alleestraße neue Fenster.


1989 – 1991
Drastischer Besucherrückgang am Theater Putbus, von einst 11 Anrechtsringen nur noch 4 vorhanden.
Der Direktor des Theater Putbus – Win Hocke – spricht über Probleme und Aufgaben.
Investitionen und kontinuierliche Erneuerung fehlen, die technische Ausrüstung gehört eigentlich ins Museum.

Jetzt wird das Theater vom Landratsamt subventioniert, auch die Stadtverwaltung Putbus hilft. Was an den jüngst restaurierten Säulen zu sehen ist.
Eine Atmosphäre wie im Wohnzimmer: Das Theater soll eine der schönsten deutschen Bühnen sein, so meinte einst Peter Schreier.

Der Dachstuhl des Theaters soll rekonstruiert werden. Es bedarf aber einer längeren und gründlichen Untersuchung und Vorbereitung. So lange das geschieht, können wenigsten an den Wochenenden noch Vorstellungen stattfinden.


1992
Im März sollen nun endlich die dringend erforderlichen Bauarbeiten beginnen.
Während der notwendigen Schließzeit wird in einer Ausweichspielstätte weitergespielt.
Hans-Joachim Hoemcke wird neuer Direktor des Theater Putbus.

Die Vorstellungen des Theaters finden nunmehr im ehemaligen Haus der Armee in Prora statt. Eröffnungsvorstellung ist ein Ballettabend.
Das Theater ist eingerüstet. Die Dachbestuhlung wird überholt und das Dach neu eingedeckt.
Im Rangfoyer ist vorgesehen, die Decke abzusenken und eine Spannkeramikdecke einzu- bauen, und auf diese Weise Raumgewinn zu erreichen. Auch soll eine Veränderung der Bühnentechnik erfolgen.

Nach der gegenwärtigen Planung soll das Theatergebäude in 3 Bauabschnitten rekonstruiert und bühnentechnisch modernisiert werden, wofür insgesamt 12 Mio DM erforderlich sind, die vom Bund, Land und Kreis kommen.
Ein halber Wald im Putbuser Theaterdach? - Einbau von grünem Holz, das dann im Laufe der Jahre nachtrocknete, waren Ursache von Schäden und Problemen mit dem Theaterdach. Es wurde offensichtlich immer nur notdürftig repariert. In den 80ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Dachstuhl verstärkt. Es wurde noch einmal eine große Menge Holz im Theaterdach verarbeitet, ein halber Wald.

In Fortsetzung des ersten Bauabschnittes wird nun der Zuschauerraum einschließlich aller historischen Details rekonstruiert, die Bühne mit ausgereifter Technik bis hin zu allen Belangen des Brandschutzes ausgerüstet und eine moderne Heizungsanlage installiert.
Trotz aller Schwierigkeiten und kleinen Katastrophen, wie sie bei der Sanierung von Altbauten immer wieder auftreten – hier im Theater war es der jetzt festgestellte Schwamm-
befall im 2. Rang – ist Direktor Hoemke Optimist und glaubt, die Spielzeit 93/94 an der traditionellen Spielstätte in Putbus eröffnen zu können.

Alles ist unklar im großen Spiel um die Theater. Denkmodelle lösen einander ab, eine Stabilisierung der Haushalte ist nicht in Sicht. Unklare Finanzierung in Vorpommerns Musentempeln.

Es gibt künftig vier Theaterzentren im Küstenland: Rostock, Mecklenburg-Schwerin, Vorpommern und Mecklenburg-Strelitz.
Stralsund und Greifswald Fusion zu Theater Vorpommern GmbH mit Musiktheater, Schauspiel, Orchester, Chor und Ballett vorgeschlagen.
Bespieltheater Putbus, Wismar und Güstrow werden aus landeseigenen 1,5 Millionen-Kooperationsfond gefördert, wenn sie Gastspiele einheimischer Ensemble aus Mecklenburg/Vorpommern organisieren.

In der Ausweichspielstätte neues Theatergestühl in ansteigender Form.
Am Montag 7.Dezember 1992 wird in Prora der Förderverein Theater Putbus aus der Taufe gehoben.

1993
Mittel für die laufenden Baumaßnahmen am Theater Putbus fehlen.
Seit 4. März 1992 ist das Theater Putbus geschlossen. Die Bauuntersuchungen hatten ergeben:
Statt einer ursprünglich geplanten Dachsanierung ist eine komplette Restaurierung und Rekonstruktion der 1821 eröffneten Bühne notwendig.

Fertig ist jetzt der Dachstuhl, ein Betonringanker gegossen, das Dach mit grauem italienischen Schiefer gedeckt und die Außenfassaden fast vollständig saniert. Im Sommer 1996 zum 175. Geburtstag soll der Putbuser Musentempel wieder eröffnet werden.
Auch die neue Spielzeit muß mit dem Provisorium leben. Dort wird die neue Spielzeit am
10. September eröffnet.

Von außen ist das Theater schon fast fertig gestellt und bietet einen schönen Eindruck. Aber im Inneren muß noch viel passieren. Es werden noch 8 Mio DM für die Fertigstellung des Hauses benötigt.
Hier sind der Landkreis, das Land und der Bund gefragt, auch werden Sponsoren gesucht.
Wann wird das Theater Putbus wieder für den Spielbetrieb eröffnet ? Befürchtungen werden laut, dass die traditionsreiche Spielstätte in Putbus zu ihrem 175jährigen Bestehen 1996 noch immer Baustelle ist, wenn nicht gar Bauruine wird. Zur Zeit ist nur ein Restaurator zur Bestandsicherung tätig.


1994
Eine Vor-Ort-Besichtigung war im Theater angesagt. Auch der Laie sieht, welche Schäden das klassizistische Bauwerk im Laufe der Jahre davongetragen hat. Die Bühne bzw. deren technischer Teil wurde vom TÜV gesperrt.
Das Holz der Säulen und Ränge hält keiner Belastung mehr stand. Aber die Sanierung des Theaters allein reicht auch nicht aus. Die technische Ausstattung der Bühne, die Sanitäranlagen, die Garderoben und auch der ganze gastronomische Bereich sind absolut nicht mehr tragbar.

Etwa 100 m² Fläche fehlen, um den Ansprüchen eines modernen Theaters gerecht zu werden.

Folgende Variante für die weiteren Bauarbeiten wurden unterbreitet:

- Im Technikbereich ist eine Modernisierung auf Bespielbarkeit vorzunehmen
- Im Zuschauerraum und im Foyer sollte die historische Fassung von 1835 wiederhergestellt werden.
- Anstelle des alten Anbaues soll ein neuer Anbau entstehen.

Während das Theater Putbus zur Zeit in Prora spielt, will man im Sommer wieder in die Heimatstadt zurückkehren und kleinere Abendvorstellungen, Konzerte, Kinderprogramme im Marstall geben .
Vom Kreistag wird die vorab genannte Variante für die weiteren Bauarbeiten beschlossen.
Da im Marstall wieder das Rossini-Festival stattfindet, muß für das Theater ein anderer Ort gefunden werden.

Sommertheater soll im Theater Putbus trotz Baustelle stattfinden. Die Ränge können nicht benutzt werden, aber das Parkett soll mit kleinen runden Tischen ausgestattet werden, so daß etwa 100 Besucher Platz finden.
Nach der Vorstellung verwandelt sich die Bühne in Bar und Tanzfläche. So haben die Besucher die Möglichkeit das Haus näher kennen zu lernen.

Es wurden Wandmalereien aus den Anfängen des Theaters entdeckt.
Dipl-Restaurator Andreas Weiß und 4 Studenten der Hochschule für Bildende Kunst Dresden sind mit der notwendigen Sorgfalt dabei, das Original sichtbar zu machen.
Dabei gehört das Skalpell zu den wichtigsten Werkzeugen. Um kein Detail zu übersehen wird ständig eine Lupenbrille getragen.
Die Restauratoren bitten Rüganer um Hilfe. Es werden alte Dokumente über das Theater gesucht.

Ist das Theater Putbus ein Faß ohne Boden ? 4 Mio DM flossen bereits in die Rekonstruktion. Je zur Hälfte aus Fördermitteln bzw. der Landkreiskasse. Weitere 4,0 – 5 Mio DM werden nötig und das ohne Anbau für Treppe und Büroräume. Der wurde gestrichen – leere Kassen.
Förderanträge wurden gestellt. Der Landkreis hat im Haushaltsplan 2,5 DM für das Theater vorgesehen. So muß auch die kommende Spielzeit wieder in einer Ausweichspielstätte stattfinden.

Der Architektenvertrag mit Ing.-Büro Ultsch wurde gekündigt. Ein neuer Vertrag wurde mit dem Planungsbüro Kulturbauten GmbH Berlin abgeschlossen. Dieses besitzt seit 30 Jahren Erfahrungen für Theaterbauten und Objekten mit hohen denkmalpflegerischen Anforderungen.


1995
Hoffnung auf Eröffnung in der Saison 1996.
Der Theaterförderverein soll aus dem Dornröschenschlaf geholt werden und mehr Interesse für das Theater Putbus wecken.
Für die Rekonstruktion sind noch 11,6 Mio DM notwendig. Allerdings stehen bis 1996 nur etwa 4,4 Mio DM zur Verfügung. 2 Jahre noch soll es dauern, bis sich das Theater Putbus wieder für die Zuschauer öffnet. Wobei noch rund 12 Mio DM aufgebracht werden müssen. Die Finanzierung steht auf wackligen Beinen.

1996 und 1997 sollen jeweils 2 Mio DM in den Musentempel fließen – Investitionspauschale des Kreises sowie sämtliche denkmal-pflegerische Mittel des Landes von insges. 3 Mio DM.
Weiterhin Aufnahme eines Kredites in Höhe von 1,5 Mio DM, wobei dann immer noch 2 Mio DM fehlen.
Die Heizungsanlage ist umgebaut und zwar von Kohle auf Gas. So kann nun auch im Winter weitergebaut werden. Das Fundament aus Ziegel- und Feldsteinen wurde gesichert. Gegenwärtig wird der Unterbau für den Saalboden wiederhergestellt. Zugleich wird die Fußbodenheizung eingebaut.
Die historischen Kalksteinplatten werden derzeit aufgearbeitet. Bereits fertig ist die General- reparatur der Bühnentechnik.

Mit weiterer Sanierung soll begonnen werden:
- Sanierung Holztragekonstruktion der Ränge und des Proszeniums.
- Im Anschluß Putz- und Stuckarbeiten.
- Oberflächengestaltung auf Grundlage des Restaurierungskonzeptes abgestimmt
mit Landesamt für Denkmalpflege.


1996
Arbeiten am Theater gehen nicht so recht voran, ein Bau- und Planungsstop hat 1995 wegen
fehlender Gelder die Sanierung zurückgeworfen. Dabei liegt Geld dafür in Schwerin bereit. Allerdings kommen die Landesmittel erst, wenn Rügen einen bestätigten Haushaltsplan hat.

Das Theater Putbus könnte ab 1998 wieder spielen.
Noch in diesem Winter werde der historische Kalksteinfußboden aufgearbeitet. Auch das Rangtragewerk soll in sorgfältiger Kleinarbeit wieder hergestellt werden.
Für das Theater wird die Farbfassung von 1826 gewählt – Grautöne, Ocker, ein kräftiges Blau und goldene Ornamente.

Neuanfang oder Auflösung des Theatervereines?

Statt Auflösung wird über neue Ideen gesprochen. Und der Wille etwas für das Theater zu tun ist ungebrochen.
Die Arbeiten am Theater gehen voran, als nächstes soll der Anbau teilweise abgerissen werden und dann erneuert.
Mit Fachleuten aus ganz Deutschland wird über die geplante Farbgebung diskutiert. Bei den Arbeiten sind immer wieder neue Farbschichten aufgetaucht.

Bis 1998 wurde durch das Land 6 Mio DM zugesagt.
Direktor Hans-Joachim Hoemcke verläßt im Juni das Haus. Das Inseltheater wird dann von der Abteilung Kultur des Landratsamtes geführt.


1997
Als Ziel der Wiedereröffnung ist der 1. Mai 1998 vorgesehen.
Leiter des Theater Putbus soll Wilhelm Keitel (Leiter des Rossini-Festival Putbus) werden.
Richtfest für den Theateranbau.
Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Herrn Keitel zum 31. Januar im gegenseitigen Einvernehmen gekündigt.

Laut Kreistagsbeschluß wird Herr Horst-Dieter Brand am 30. Oktober zum neuen Verwaltungsdirektor bestellt.


1998
Das Theater erhält hellgrauen Vorhang aus Dekosamt. Auch die Drapierung an den Logen soll aus diesem Dekorationssamt sein. Zu diesem Ergebnis kamen Bauherren, Architekten Restauratoren und Denkmalpfleger. Zuvor hat es eine heftige Diskussion um die Farbe des
Vorhanges (Rot oder Grau) gegeben.
Auch wurde die Farbigkeit im Saal und Foyer endgültig festgelegt. Weiß, Blau, Ocker und
abgestufte Grautöne geben dem Theaterinneren das Gepräge.
Ende Januar soll die Verwaltung ins Theater einziehen. Am 1. Februar übernimmt der neue Theaterleiter Brand das Zepter.

Mitte Februar wird mit dem Probebetrieb der technischen Anlagen begonnen.
Der Kreistag entscheidet, dass Horst-Dieter Brand doch nicht Verwaltungsdirektor wird.
Als neuer Theaterchef ist Klaus Möbus im Gespräch.

Der Kronleuchter für das Theater wurde angeliefert.
Die Gründung der Kulturstiftung ist erfolgt. Das Theater Putbus soll komplett in die Stiftung eingebracht werden, ist einer von vielen Vorschlägen für die Zukunft des Musentempels.
Klaus Möbus wurde durch Kreistagsbeschluß zum Verwaltungsdirektor bestellt.
Die Eingangstüren erhalten einen Ocker-Farbanstrich.
Dieser lehnt sich an einen kolorierten Stich vom Theater aus dem Jahre 1833 an. Diese Darstellung zeigt den Theaterfries mit weißem Hintergrund.
Nun sind auch wieder anthrazitfarbene Rosetten und Kreuzbänder an den Eingangstüren angebracht.

Moderne Anlage für Hörgeschädigte. Eine Anlage mit 20 Hörhilfen wurde im Theater Putbus installiert.


Am 2. Mai 1998
wurde das Theater Putbus mit einem feierlichen Festakt wiedereröffnet.
Neben zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft und Kultur, hatten sich auch einige Landes- und Inselpolitiker eingefunden. Darunter Ministerpräsident Berndt Seite, Kultusministerin Regine Marquard, Landrätin Karin Timmel und der Bürgermeister von Putbus, Gerhard Reese.
Durch die Landrätin Karin Timmel konnte der neue Theaterdirektor Klaus Möbus den symbolischen Schlüssel für die rekonstruierte Spielstätte in Empfang nehmen.

Durch den Förderverein Theater Putbus e.V. wurde ein Scheck über 40.000 DM überreicht.
Ein Teil des Betrages resultiert aus der vom Verein initiierten Aktion Theaterstuhlverkauf.
Das Geld soll zur attraktiven Programmgestaltung genutzt werden. Aus diesem Fond wird auch noch eine Sammlung von 13 Gemälden zur Theaterausstattung bereitgestellt. Es handelt sich dabei um gemalte Theaterszenen, die 1996 bei Aufführungen in der Ausweichspielstätte Prora entstanden sind.

Es wurden rund 16,5 Mio DM in das Haus mit seinen 244 Plätzen investiert. Über die Hälfte der Summe kam aus Fördertöpfen des Landes.

Das Theater hat einen echten Steinway. Die für den Umbau und Sanierung vorgesehenen Finanzen von insgesamt 16,5 Mio DM wurden nicht ganz benötigt. Da die Mittel zweckgebunden sind, konnte der neue Flügel angeschafft werden.

Das Theater Putbus spielt auch den Sommer hindurch. Zum Tag des offenen Denkmals wird im Theater durch den Direktor die moderne Technik und das Spielplankonzept vorgestellt.
Es werden Führungen durch das Haus und seiner Geschichte durchgeführt. Die Techniker des Hauses zeigen in einer kleinen Show mit der Tänzerin Henriette Grawwert, was das Theater weiterhin bietet.

Im Inselhaushalt 99 regiert der Rotstift. Noch nicht angetastet werden die 290.000 DM Zuschuß für das Theater Putbus. Doch Entlastung durch eine Theater-GmbH wird angemahnt.
Der Umbau des Theaters 1826 wurde durch eine Inschrift auf dem Innenputz des Markt- giebels dokumentiert. Maurer Schuhmann hat dort seinen Namen und Datum hinterlassen. Und der Putz hält immer noch.
Einführung eines Familiennachmittages im Theater Putbus.

Der Theaterförderverein überreicht einen Scheck über 3.000 DM anläßlich einer Weihnachts- feier mit ehemaligen Mitarbeitern des Theaters.
Die Kulturstiftung und das Theater realisieren erstes größeres Vorhaben – ein Silvester- konzert.


1999
Seit der Wiedereröffnung des Theaters im Mai 1998 besuchten 15.725 Besucher 93 Veranstaltungen. Damit wurde das Auslastungsziel von 70 % um 5 % übertroffen.
Die Türen des Theaters Putbus sind im Monat Januar verschlossen. Theaterferien sind angesagt.
Den Spielplan bis Ende Mai bekommt jeder Haushalt mit dem Ostseeanzeiger als Beilage ins Haus.

Das Theatercafe hat noch keinen neuen Pächter. Die Weinhandlung „monte vino“ aus Bergen ist in die Bresche gesprungen, sie sorgt vor den Veranstaltungen und in der Pause für einen guten Tropfen. Herbstfestival „Autumnale Rügen“ mit Märchen, Mythen und Musik. Veranstaltungen finden im Theater Putbus, dem Marstall, in den Kirchen Waase, Bergen, Vilmnitz sowie Binz, Sassnitz und Lohme statt.

Anfang Mai soll die Broschüre über die Historie des Musentempels erscheinen.


Ein Anrechtsangebot besteht für:

Niederdeutsches Theater
Stunde der Musik
Schauspiel und Musiktheater
Unterhaltung und
Wahlabo sind neu.

Seit dem 1. Januar wurden 77 Veranstaltungen mit 11.768 Besucher durchgeführt. Der RPNV hat im Sommer wieder einen Theaterbus von Binz eingesetzt. Dieser wurde schlecht angenommen.

Anrechtserweiterung für die Spielzeit 1999/2000 – Für Niederdeutsch wird ein dritter Anrechtsring aufgebaut.

Das Vorverkaufssystem ENTREE wurde weiter ausgebaut. 10 % der Kartenverkäufe erfolgen über das Internet.
Ein Konzept für die Gründung einer GmbH wird laut Landrätin Karin Timmel gegenwärtig erarbeitet.

Feuchtigkeitsproblem in den Kellerräumen. Luftentfeuchter für die Kellerräume wären angebracht und würden das Problem entschärfen.

10.000 DM wurden von Förderverein Theater an den Theaterleiter Klaus Möbus überreicht,
verbunden mit dem Wunsch, dass das Geld für eine abwechslungsreiche Spielplangestaltung eingesetzt werde.

Zur Theater-GmbH liegen seit September 99 die Konzepte von Theaterchef Klaus Möbus beim Kreis vor. Der Kulturausschuß berät am 8.12.99 darüber. Eine Arbeitsgruppe dazu wurde gebildet.
Die Preise auf den Karten des Theaters Putbus sollen ab 1. Juni 2000 so verändert werden, dass der Euro als glatte Summe erscheint. Dadurch ist der DM-Betrag nun mit Pfennigen ausgewiesen. Dies ist durch den Umrechnungsfaktor gegeben.

Rund 230.000 DM erhält das Inseltheater Putbus an Landesmitteln aus dem Gesamttopf von 70 Mio DM. Gemessen am Gesamtetat von 740.000 DM sind das 31,08 %. 340.000 DM wurden 1998 mit Eintrittsgeldern erlöst, was mit 45,84 % den Spitzenreiter unter den 13 Theatern des Landes ausmacht. Gute Voraussetzungen für die Denkmodelle einer Theater-GmbH, um flexibler wirtschaften zu können.

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Schloss zu Putbus

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Putbus Schloss -- 1890 (sicht vom Schlossteich)

Das ehemalige Schloss zu Putbus.
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